18. Oktober 2018, 12:00 Uhr

Schlechte Nachrichten

Musikschul-Umzug in Bad Nauheim verzögert sich um einige Monate

Der Zeitplan für den Umzug der Musikschule Bad Nauheim ins Balneologische Institut muss umgeworfen werden. Aus März wird Juli. Das verursacht Probleme am Grundschulstandort Rotdornstraße.
18. Oktober 2018, 12:00 Uhr
Bauzaun und Gerüst – von außen ist von Umbau und Sanierung nicht viel zu sehen. Doch die Arbeiten im ehemaligen Balneologischen Institut laufen auf Hochtouren. (Foto: bk)

Als die Pläne für Umbau und Sanierung des denkmalgeschützten ehemaligen Balneologischen Instituts am Sprudelhof in der Mai-Sitzung des Bauausschusses vorgestellt wurden, war den Mitarbeitern des Fachbereichs Stadtentwicklung bereits ein gewisses Unbehagen anzumerken. Ist der Zeit- und Kostenplan wirklich zu halten?, lautete die bange Frage.

Ende Februar, so das damalige Postulat von Bürgermeister Klaus Kreß, muss die Musikschule in ihre neuen Räumlichkeiten umziehen. Daran gebe es nichts zu rütteln, weil die jetzigen Räumlichkeiten der Musikschule in der Rotdornstraße ab dem Schuljahr 2019/20 von der Dependance der Stadtschule an der Wilhelmskirche genutzt werden müssen (siehe weiteren Artikel). Erst nach einer vorherigen Instandsetzung und geringfügigen Umgestaltung können die Grundschüler einziehen.

 

Optimismus in der Kostenfrage

In der Pressemitteilung der Stadt zu dem Projekt (WZ vom 4. Oktober) war von einer Verzögerung keine Rede. Erst in der Bauausschuss-Sitzung am Dienstagabend überbrachte Kreß die schlechte Botschaft. »Obwohl wir Vollgas geben, ist der Zeitplan nicht ganz zu halten. Ein Umzug der Musikschule im März ist nicht möglich, es wird Juli.«

In Sachen Finanzierung bleibt der Bürgermeister dagegen optimistisch. Nach jetzigem Stand reichten die veranschlagten 3,15 Millionen Euro aus, wobei der Kreis 1 Million zuschieße. Wie Fachdienstleiter Matthias Mroncz verdeutlichte, ist diese Aussage des Rathauschefs allerdings mit einem kleinen Fragezeichen zu versehen. Es sind nämlich erst zwei Drittel der Aufträge vergeben, wie das Ergebnis der restlichen Ausschreibungen aussehen wird, bleibt abzuwarten.

 

Aufwendiger Innenausbau

Gründe für die Ausdehnung des Zeitrahmens nannte Mroncz nicht, die Planung war wohl von Beginn an zu sportlich. Der Fachdienstleiter, der das Projekt betreut, sprach lediglich von der Notwendigkeit, zwei Aufträge erneut auszuschreiben, was zu gewissen Verzögerungen führe. Auch das neue Ziel Ende Juni zu erreichen, sei sehr ehrgeizig.

Den Stand der Dinge beschrieb Mroncz wie folgt: Der Abbruch bestimmter Gebäudebestandteile ist abgeschlossen, bis September laufen Rohbauarbeiten, parallel dazu sind Elektriker und Sanitärfirmen tätig. »Der aufwendige Innenausbau startet im November und zieht sich bis Mitte 2019 hin«, sagte der Projektleiter. Besonders viel Zeit nähme der Lärmschutz in Anspruch.

 

Grundschule muss warten

Fragen der Ausschuss-Mitglieder drehten sich vor allem um die Auswirkung des Zeitverzugs auf den Schulbetrieb an der Rotdornstraße. Wie Kreß versicherte, dauerten Umbau und Sanierung der jetzigen Musikschul-Räume in der Rotdornstraße für den Grundschulbetrieb nur einige Monate. Ein Bezug dieser Räumlichkeiten zum Schuljahresbeginn sei aber ausgeschlossen.

»Die Grundschule soll die Räume nach den Herbstferien nutzen können«, nannte der Bürgermeister eine neue »Deadline«. Um diesen Termin halten zu können, werden die Sanierungspläne abgespeckt. So sollen die neuen Fenster erst zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut werden. Wie Kreß auf Nachfrage des Ausschuss-Vorsitzenden Manfred Jordis erklärte, sei trotz der späteren Übernahme der Räume für die Grundschule kein Einsatz von Containern notwendig.

Info

120 zusätzliche Grundschüler

Die Initiative für den Umzug der Musikschule ging von der Kreisverwaltung aus. Der Schulträger erwartet – nicht zuletzt durch das Baugebiet Bad Nauheim Süd – bis zum Schuljahresbeginn 2021/22 ein Plus von 120 Kindern in den Kurstadt-Grundschulen. Um einen teueren Neubau zu vermeiden, übernimmt der Kreis die bisherigen Räume der Musikschule, die am Grundschulstandort Rotdornstraße untergebracht ist. Als finanziellen Ausgleich beteiligt sich der Kreis mit 1 Million Euro am Umbau des Balneologischen Instituts. Das Gebäude in der Rotdornstraße gehört der städtischen Wohnungsbau-Gesellschaft. Sie wird die frei werdenden Räume sanieren, für Grundschulbedürfnisse umgestalten und an den Schulträger vermieten. (bk)

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