09. Mai 2019, 20:33 Uhr

Natur als Klassenzimmer

09. Mai 2019, 20:33 Uhr
Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch mit Ausbilder Sven Steinrück in der Jagd- und Naturschule Hessen in Reichelsheim. (Foto: prw)

Um ein richtiger Jäger zu werden, benötigt es viel Erfahrung. Ein erster Anfang ist dabei die Erlangung der Jägerprüfung. Die Jagd- und Naturschule Hessen mit Sitz in Reichelsheim bildet in der Wetterau Jäger aus. Die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch hat die Einrichtung besucht.

Wer in Deutschland die Jagd ausüben will, muss einen gültigen Jagdschein besitzen. Voraussetzung, um diesen bei der Jagdbehörde lösen zu können, ist das Bestehen der Jägerprüfung. Eine solche kann bei der Jagd- und Naturschule Hessen in Reichelsheim abgelegt werden.

Sie ist hessenweit aktiv. »Die Jägerausbildung bedeutet viel Arbeit und viel Aufwand«, erklärte Ausbilder Sven Steinrück der Kreisbeigeordneten. Dennoch machten im Vergleich zum Jahrzehnt zuvor mehr Menschen den Jagdschein. »Trotzdem haben wir ein Nachwuchsproblem unter den Jägern. Das durchschnittliche Alter beträgt 40 bis 50 Jahre. Gerade Jüngere fehlen uns.«

Wer sich für die Jagdausbildung entscheidet, muss viel Zeit einplanen: Der Jagdschein kann entweder in achtwöchigen Wochenendkursen absolviert werden oder durch die Teilnahme an einem Intensivkurs, der 15 Tage dauert. Der Unterricht umfasst neben der Vermittlung umfassender theoretischer Grundlagen auch eine Schießausbildung. So besteht die Jägerprüfung auch aus einem schriftlichen und mündlichen Prüfungsteil und einer Schießprüfung. Inhaltlich wird das Wissen in fünf Fachgebieten geprüft. Sowohl Wildbiologie, Waffenrecht, Jagdbetrieb, als auch Landschaftspflege und der Umgang mit dem erlegtem Wild wird getestet.

Hege und Liebe zur Natur

Frauen interessieren sich laut Steinrück zunehmend für die Jagd. »Grund dafür ist unter anderem auch, dass sich das Bild des Jägers im Laufe der Zeit geändert hat.« Die Motivation bestehe nicht nur darin, gern in der Natur zu sein. Viele sähen die Jagd auch als wichtigen Beitrag zum angewandten Naturschutz. Steinrück: »Verantwortungsvoller Jagdbetrieb hat primär mit Wildtierschutz, Hege und Liebe zur Natur und Wild zu tun. Der allergeringste Teil der Revierarbeit ist die tatsächliche Jagd.«

Auch Becker-Bösch erläutert die Wichtigkeit des Jagdwesen: »Jäger sollten als Pfleger der Natur angesehen werden. Sie nehmen positiven Einfluss auf Flora und Fauna. Ihre Aufgabe, den gesunden Bestand der Tiere zu regulieren, ist ebenso von großer Bedeutung, gerade für die Wetterau, die mittlerweile zu einem äußerst beliebten Entwicklungsgebiet geworden ist. Denn die Pflicht eines Jägers ist es, das Wild nicht nur zu jagen, sondern auch zu hegen und zu pflegen, damit ein artenreicher, kräftiger Wildbestand entsteht und erhalten bleibt.«

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