07. Mai 2019, 19:27 Uhr

Neue Hebammen-Ausbildung startet

07. Mai 2019, 19:27 Uhr
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Aus der Redaktion
Stellen das neue Studium vor (v. l.): Mike Racke, Alexandra Kata, Jutta Berg, Esther Klug, Sonja Jens und Margit Gründer von den vier Kooperationspartnern. (Foto: pv)

Wer weiß schon, dass eine Hebamme ohne Arzt einem Kind auf die Welt helfen darf, ein Arzt jedoch nie ohne Hebamme? Seit 1991 wird der internationale Hebammentag am 5. Mai in mittlerweile 50 Ländern begangen, um die gesellschaftliche Relevanz des Hebammenberufs einer breiten Öffentlichkeit deutlich zu machen. In Bad Nauheim war der 5. Mai auch eine gute Gelegenheit, um ein zukunftsweisendes Projekt anzukündigen: In Kooperation mit der Hochschule Fulda bieten das Hochwaldkrankenhaus, das Klinikum Hanau und das St.-Vinzenz-Krankenhaus Hanau ab Oktober werdenden Hebammen Ausbildung und Studium in einem – und sind damit der Zeit ein gutes Stück voraus.

Ab 18. Januar 2020 soll die Berufsausbildung zur Hebamme nur noch über ein duales Studium möglich sein. Während andernorts noch über die Umsetzung nachgedacht wird, ist die Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Fulda und den drei Kliniken weit vorangeschritten. Sie bietet schon jetzt ein Konzept, das Examen und Bachelor ab Oktober 2019 vereint. »Das Studium schafft eine tolle Verbindung zwischen Theorie und Praxis und gibt den Studierenden alles an die Hand, was sie später brauchen, um für eine individuelle Geburt in Sicherheit und Geborgenheit zu sorgen«, sagt Dr. Dirk M. Fellermann, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Wetterau.

Die Arbeit von Hebammen beginnt oft schon beim Kinderwunsch und begleitet die werdenden Eltern bis zu ein Jahr nach der Geburt. Dabei läuft nicht immer alles reibungslos: Das Alter der werdenden Mütter steigt, damit auch die Zahl der Risikoschwangerschaften. Und es kommen immer neue wissenschaftliche Erkenntnisse hinzu. Auch darauf müssen die Auszubildenden vorbereitet werden.

Deshalb hält das neue Studium neben neun Praxiseinsätzen ab dem zweiten Semester insgesamt 1600 Theoriestunden bereit, die von Gynäkologie und Geburtshilfe, Anatomie, Physiologie, Psychologie und Mikrobiologie bis hin zu Gesetzes- und Staatsbürgerkunde sowie Qualitätssicherung alles abdecken.

»Die Studenten entscheiden sich für ein Mutterhaus, in dem sie acht Semester angestellt sind. Nach dem Bachelor stehen den Absolventen viele Karrierewege in Leitungspositionen oder Wissenschaft und Forschung offen«, sagt Margit Gründer, Leitende Hebamme in der geburtshilflichen Abteilung des Hochwaldkrankenhauses. Die Aufgaben einer Hebamme sind abwechslungsreich. Sie reichen von Schwangerenbetreuung und Geburtsvorbereitungskursen über Geburtsbegleitung bis zur Wochenbettbetreuung. Hebammen arbeiten freiberuflich, als Beleghebamme oder als Angestellte in einer Klinik.

Flexible Einsatzorte

Um Erfahrung in der Geburtshilfe zu sammeln, können die Studenten in den Praxiseinsätzen zwischen den drei Ausbildungshäusern wechseln und im außerklinischen Bereich Berufspraxis sammeln. Die Kooperation biete den angehenden Hebammen und Entbindungspflegern die Möglichkeit, »quasi jedes Level der klinischen Geburtshilfe kennenzulernen«, sagt Mike Racke, Leiter der Theodora-Konitzky-Akademie des GZW. Das duale Studium Hebammenkunde (B. Sc.) beginnt an der Hochschule Fulda zum Wintersemester, angeboten werden 30 Studienplätze. Jede der drei kooperierenden Kliniken bietet zwei Plätze an und vergütet ihre Studenten bereits ab dem ersten Semester. Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester. Nach dem siebten Semester absolvieren die Studentinnen das Examen, im achten Semester folgt der Bachelor of Science.

Interessierte können sich bis 31. Mai in einer der Kliniken um einen Ausbildungsplatz bewerben, weitere Infos gibt’s im Internet auf den Seiten der Hochschule Fulda (www.hs-fulda.de), der Theodora-Konitzky-Akademie (www.tka-badnauheim.de) sowie in sozialen Netzwerken.



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