18. November 2019, 21:01 Uhr

Neuer »Tunnel« unterm Kurpark

18. November 2019, 21:01 Uhr
Die sogenannten Kopflöcher weisen schon auf die Neuverlegung der Gasleitung im Bad Nauheimer Kurpark hin. (Foto: Nici Merz)

In den nächsten Tagen geht es im Kurpark unterirdisch zur Sache: Die Stadtwerke verlegen in den kommenden vier Wochen 300 Meter Gasleitung. Vier Baugruben, sogenannte Kopflöcher, markieren den künftigen Verlauf der Leitung zwischen dem »Schweizer Milchhäuschen« und der Stiftstraße rechts der Usa. »Die Stadtwerke Bad Nauheim setzen dort das moderne Spülbohr-Verfahren ein, bei der ein Bohrkopf unterirdisch einen Tunnel für die Rohre bahnt«, wird in einer Pressemitteilung des Unternehmens erläutert. »Um die Wurzeln der Bäume und überhaupt Flora und Fauna zu schonen, haben wir uns für diese Technik entschieden. Davon profitieren letztlich auch die Parkbesucher. Der Kurpark ist Erholungsraum für die Einwohner und Gäste Bad Nauheims. Wir tragen dazu bei, dass es auch so bleibt«, äußert sich Geschäftsführer Peter Drausnigg.. Die Kopflöcher dienen jeweils dem »Einstieg« bei den Bohrungen für die Gas-Hauptleitung. Im letzten Abschnitt geht es in einer Tiefe von zwei Metern unter der Usa durch.

Umweg wegen tieferer Wurzeln

Schon seit den 40er Jahren verläuft eine Gasleitung durch den Kurpark. Die Experten erneuern diese jetzt im Zuge eines umfassenden Sanierungsplans. »Gasleitungen sind auf eine sehr lange Nutzungsdauer ausgelegt, wir erneuern hier präventiv, um die Versorgungssicherheit hochzuhalten«, erläutert Björn Burk, Meister Gas- und Wasseranlagen bei den Stadtwerken.

Allerdings wurde in Abstimmung mit dem Kur- und Servicebetrieb der Verlauf der neuen Leitung an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. »Das Wurzelwerk geht tiefer als vor 70 Jahren, und es sind auch neue Bäume hinzugekommen. Deshalb wählen wir quasi einen Umweg« informiert Burk. Vorsicht lassen die Stadtwerke eigenen Angaben zufolge auch walten, wenn es darum geht, den Fluss zu »untertunneln«. In Abstimmung mit der Wasserschutzbehörde des Wetteraukreises sei auch hier vorab genau definiert worden, wo gebohrt werde. »Die alten Rohre verbleiben unter der Erde, die Gasrückstände werden zur Sicherheit ausgeblasen«, schreiben die Stadtwerke. Das Spülbohrverfahren wurde ursprünglich entwickelt, um Leitungen unter Straßen oder Flüssen zu verlegen. Seinen Namen verdankt es dem flüssigen Bentonit, das während der Bohrung aus dem Bohrkopf kreisförmig in die Erde gesprüht wird, um den Kanal zu stabilisieren. Nach einer Pilotbohrung weitet im zweiten Schritt ein sogenannter Räumer den Kanal auf die gewünschte Größe: 15 Zentimeter Durchmesser hat das Gasrohr, das im Kurpark eingezogen wird. Burk: »Mit dieser Mitteldruckleitung versorgen wir den gesamten Stadtteil Nieder-Mörlen mit Gas. Durch die Erneuerung haben wir die Versorgung wieder für lange Zeit gesichert.«

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