18. Januar 2019, 11:00 Uhr

Neujahrs-Varieté

Neujahrs-Varieté zum Mitmachen: Mutig in der Drahtkugel

»Do it yourself«, heißt es beim Pressetraining des Neujahrs-Varieté in Bad Nauheim. Dabei sind auch WZ-Redakteure auf Tuchfühlung mit Papageien, Messerwerfern und der Todeskugel gegangen.
18. Januar 2019, 11:00 Uhr
Anna-Luisa Hortien
Die WZ-Volontärin wagt sich mit einem Motorradfahrer in den "Splitglobe".

Moderator Topas weist die Vertreter der Ovag, der Stadt Bad Nauheim und der Medienhäuser zunächst in die Kunst des Kartenmischens ein. Beim anschließenden Kartentrick werden die ersten Freiwilligen gesucht. Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß und WZ-Redakteur Jürgen Wagner dürfen gleich ran. Die Anwesenden verfolgen das Geschehene aus nächster Nähe. Unter ihren aufmerksamen Blicken zaubert der Magier die gesuchten Karten vom Stapel in seiner Hand gekonnt in seine Jackentasche. Alle staunen über den Trick, doch keiner kann den Magier entlarven.

alh_presse3_180119
Bürgermeister Klaus Kreß lässt die Hüften kreisen.

»Jetzt wird es tierisch«, kündigt Andreas Matlé von der Ovag die nächste Nummer an. Was erwartet uns? Hunde, Pferde oder sogar Raubtiere? Nein. Der Italiener Alessio Fochesato betritt die Bühne. Mit dabei hat er einen seiner Papageien, der sich brav von allen streicheln lässt. In den Händen von Ovag-Vorstand Rainer Schwarz legt er sogar ein kleines Nickerchen ein – natürlich nur gespielt.

 

Jonglage und Rollschuh-Akrobatik

Das ist bisher alles noch ziemlich harmlos, niemand hat sich blamiert, keine akrobatischen Fähigkeiten sind gefragt. Das sieht bei der nächsten Nummer aber schon anders aus: Die afghanische Artistin Rabia Ahmadi jongliert gekonnt mit sieben Bällen auf einmal – Schwarz und ich schaffen es gerade mal mit zwei. Ballsport war noch nie meine Stärke und deshalb dauert es auch nicht lange, bis die ersten Bälle anstatt in meiner Hand auf dem Boden landen.

alh_presse2_180119
WZ-Volontärin Anna-Luisa Hortien übt das Jonglieren.

Das Rollschuh-Duo sucht nach einem Freiwilligen der sich von Carlo Triberti durch die Luft wirbeln lässt. Klein und leicht soll er sein. »Da bin ich leider raus« – Stadtrat Christian Weiße ist erleichtert. Michel Kaufmann vom »Kreis-Anzeiger« macht es schließlich – und ihm ist danach ganz schön schwindelig. »Das ist normal«, winkt die Artistin ab. So fühle sich jeder beim ersten Mal. Für diese mutige Leistung gibt es Applaus.

Auch »The Jasters« suchen nach einem mutigen Freiwilligen. Zu erst zeigen sie aber, wie es richtig geht: Sie steht vor einem Holzbrett, er bewirft sie mit Messern. Haarscharf fliegen die Klingen an ihrem Körper vorbei. Das verdient Applaus, doch die Beteiligten wissen schon, was auf sie zukommt. »Wer möchte es probieren?«, fragt der weibliche Part des Duos, Elena Busnelli. Verhaltene Blicke, dann Erleichterung – Kreß macht es.

 

Messer fliegen durch die Luft

»Bloß nicht bewegen«, das ist jetzt das Wichtigste. Jedes Mal, wenn das Messer an ihm vorbeifliegt, zuckt Kreß. Doch alles geht gut, dank dem souveränen Werfer Jacomo Sterza. »Man sieht, wie die Messer auf einen zufliegen, und hofft einfach nur, dass sie nicht den Körper treffen«, sagt Kreß im Anschluss. Kollege Weiße traut sich ebenfalls »unters Messer« – und verzieht dabei keine Mine.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. In diesem Fall ist es »The Splitting Globe of Death«, eine vier Tonnen schwere Drahtkugel. Zu ihr gehören vier Brasilianer und ihre Motorräder. In »Diorios Splitglobe« geht es gefährlich zu, wenn die Fahrer mit ihren Maschinen die Wände hochfahren und Loopings schlagen.

alh_presse11_180119
Der Papagei von Alessio Fochesato (l.) fühlt sich in den Händen von Ovag-Vorstand Rainer S...

Und genau dort soll sich jemand hineinstellen. Wen wird es wohl treffen? Mich. Ehe ich Zeit habe, genauer darüber nachzudenken, werde ich an einer Hand die Rampe hinauf in die Drahtkugel geführt. »Ich hoffe, er weiß, was er da tut«, ist das Letzte, was mir durch den Kopf geht, bevor der Brasilianer die Maschine aufheulen lässt und losfährt. Auf Höhe meines Kopfes dreht er seine Runden, gibt mir sogar ein High-Five.

Es sind die längsten 30 Sekunden meines Lebens, aber ich schaffe es noch zu lächeln. Ist ja schließlich für die Zeitung. Danach bin ich erleichtert. Normalerweise bleibe ich immer dort, wo es sicher ist. Ich glaube, das war das Gefährlichste, was ich je gemacht habe. Doch es hat sich gelohnt.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Artistinnen und Artisten
  • Ballsport
  • Jürgen Wagner
  • Klaus Kreß
  • Körper
  • Medienunternehmen
  • Papageien
  • Rainer Schwarz
  • Raubtiere
  • Vertigo
  • Bad Nauheim
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen