20. August 2019, 17:00 Uhr

Elvis Festival

Pal Granlund und der Fluch der Elvis-Fotos

Mit 17 gründete Pal Granlund den Elvis-Fanclub »Flaming Star«. Sechsmal traf er den King. Nun erzählte der Norweger in Bad Nauheim seine Geschichte. Die klingt unglaublich - und doch so wahr.
20. August 2019, 17:00 Uhr
Mit 17 hat der heute 71-jährige Pal Granlund den norwegischen Elvis-Fanclub »Flaming Star« gegründet. (Foto: isi)

Der heute 71-jährige Pal Granlund hat inzwischen zahlreiche Bücher über den King und CDs auf dem renommierten Elvis-Fanlabel »Follow That Dream« veröffentlicht. Seine Begegnungen mit Elvis Presley schilderte der Norweger anhand vieler Fotos beim European Elvis Festival am Samstag in Bad Nauheim - exklusiv für Mitglieder der Elvis-Presley-Gesellschaft.

»Ich kannte Elvis vor allem durch seine Filme und war ein Riesenfan«, sagte Granlund, »Ich hatte Briefkontakt mit Gary Pepper, der den Fanclub in Memphis gründete. Er wollte mir helfen, Elvis zu treffen.« Mit 21 Jahren hatte Granlund genug Geld zusammengespart, um mit einer Propellermaschine über Island nach New York zu fliegen. Das war 1970. Pepper habe ihm den Tipp gegeben, dass Elvis über Weihnachten, Silvester und an seinem Geburtstag, dem 8. Januar, zu Hause sei.

Zwei Jahre lang hatte der Norweger für die Reise gespart, mit einem Bus ging es dann nach Memphis, dort bezog er ein bescheidenes Zimmer im YMCA für zwei Dollar pro Nacht und machte sich am 5. Januar nach 20-stündiger Reise bei Eiseskälte zu Fuß auf den Weg nach Graceland. Eine silberne Platte des norwegischen Ablegers des Labels RCA und seine Kamera hatte er im Zimmer zurückgelassen, er wollte ja nur einen Termin für den nächsten Tag vereinbaren. Die Wachen am Tor ließen ihn herein, teilten ihm aber mit: »Elvis ist gerade unterwegs und reist in einer Stunde an die Westküste«. Dann kamen Elvis und sein Vater Vernon zurück. »Er sah aus wie ein griechischer Gott«, schwärmte Granlund, »und sagte ›du kannst die Platte morgen meinem Vater geben‹. Ich flog sehr enttäuscht die 500 Meilen wieder nach Hause,« Alles was Granlund bekam: Ein Foto mit Vernon.

Im folgenden Jahr flog er mit seinem Bruder. Elvis war auf Tour, und sie trafen Priscilla und Lisa-Marie. »Damals drangen Nachrichten aus den USA noch nicht so schnell nach Europa durch, daher wussten wir nicht, dass Elvis auf Tour war.« Es folgte ein dritter Anlauf: Granlund wurde im Juni 1973 zur Pressekonferenz im Madison Square Garden eingeladen. Dabei waren seine damalige Frau und ein Freund, der die Fotos machen sollte. »Wir hatten mehrere Kameras dabei und eine Acht-Millimeter-Filmkamera. Doch als wir backstage Elvis trafen, war mein Freund so nervös, dass er völlig vergaß, Fotos zu machen.« Granlund zeigte den Festival-Besuchern zwei fantastische Fotos von Elvis - mit seiner Frau. Alle Fotos mit ihm waren allerdings von hinten, unscharf, abgeschnitten. »I was really pissed«, erzählte Granlund (»Ich war echt sauer«). Das Publikum kam allerdings aus dem Lachen nicht mehr raus.

1973 folgte die nächste Reise, die nächste Serie unscharfer Fotos. »Ich hatte geplant, wer die Fotos macht. Wir hatten alles vorher genau besprochen. Aber wenn du Elvis gegenüberstehst, vergisst du alles«, schilderte Granlund trocken. »1974 waren wir besser vorbereitet.« Das Ergebnis: Viele Lacher beim Publikum. Eine weitere Reise im gleichen Jahr, eine im darauffolgenden. »Inzwischen nannte Elvis mich ›the crazy little Norwegian‹ und lud mich nach Graceland ein«, sagte Granlund.

Ein letztes Foto am Flugzeug

Bei einer Reise im Jahre 1976 kannten Elvis Presleys neue Leibwächter Granlund nicht und wiesen ihn ab. »In Houston sah ich im August 1976 eine seiner letzten Shows, ein Jahr vor seinem Tod. Er war nicht mehr er selbst. Völlig ausgebrannt, konnte er seine Augen nicht mehr fokussieren«, erinnerte sich Granlund. Er traf Elvis auf dem Weg zum Flughafen. Das letzte Foto der beiden: Elvis und Pal Granlund auf der Flugzeugtreppe. Der King winkte seinen Fans ein letztes Mal zu. Sein Arm verdeckte Granlunds Gesicht.

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