09. August 2019, 20:23 Uhr

Parteilos, aber auch unabhängig?

09. August 2019, 20:23 Uhr
Das umstrittene Foto von der Spielplatzeinweihung in Steinfurth. Zu sehen sind einige UWG-Vertreter, aber auch CDU-Ortsbeirat Detlef Schultheis (kniend, links neben Kreß). (Foto: WZ-Archiv)

Bürgermeister Klaus Kreß ist zweifelsohne parteilos, doch ist er auch parteiunabhängig? Nach Ansicht der Bad Nauheimer CDU ist dem nicht so. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sebastian Schmitt führt zwei Beispiele aus jüngster Zeit an, um die Haltung seiner Partei zu untermauern. Es geht um die Vorstellung der Pläne für eine Beachanlage des TSV Nieder-Mörlen und die Einweihung des Spielplatzes im Mörler Grund in Steinfurth.

Laut Schmitt war die Beachanlage von Beginn an eine gemeinsame Initiative von TSV und CDU. »Dies zeigt sich daran, dass der CDU-Antrag von der damaligen TSV-Vorsitzenden Rosemarie Stösser und ihrer Stellvertreterin Ursula Till mit unterschrieben wurde«, erläutert der Christdemokrat. Vom Parlament beschlossen worden sei auch die Forderung der Union, dem Verein einen Zuschuss von 10 000 Euro zu genehmigen. Der Bürgermeister habe diese Vorgeschichte in seiner Pressemitteilung mit keinem Wort erwähnt. Dieses Verhalten überrasche die CDU allerdings nicht. »Kreß erklärt immer seine Unabhängigkeit, tatsächlich fördert er mit seiner Öffentlichkeitsarbeit aber die UWG, die ihn im Wahlkampf unterstützt hat«, betont CDU-Fraktionschef Manfred Jordis.

Schmitt nennt in diesem Zusammenhang die Eröffnung des neuen Spielplatzes in Steinfurth. »Regelmäßig lässt sich Kreß mit Vertretern der FW/UWG-Fraktion ablichten.« Auch im Mörler Grund sei das der Fall gewesen. »Das zeigt, dass der Bürgermeister keineswegs unabhängig agiert, sondern der UWG in beachtlichem Maß zuarbeitet«, meint Schmitt. Der Rathauschef sollte sich dringend überlegen, ob er sich weiter als unabhängig bezeichnen möchte, denn sein Verhalten spreche eine andere Sprache.

Kreß geht auf Foto ein

Angesichts dieser Vorwürfe schüttelt Kreß den Kopf. Zum Pressetermin anlässlich der Spielplatzeinweihung habe er neben anderen Beteiligten den Ortsbeirat und Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Hahn eingeladen. »Außer drei UWG-Leuten aus dem Ortsbeirat war auch CDU-Vertreter Detlef Schultheis erschienen und ist auf dem Foto zu sehen. Ich kann nichts dafür, dass die Freien Wähler fast alle Mandate im Steinfurther Ortsbeirat erhalten haben«, erklärt der Bürgermeister. Die Kritik der CDU müsse sich an die Steinfurther Bürger richten, die sich bei der Wahl mit großer Mehrheit für die UWG entschieden hätten. Im Übrigen gebe es noch andere städtische Pressefotos, auf denen CDU-Politiker zu sehen seien.

Was den Fall Nieder-Mörlen angeht, hat sich Kreß eigener Aussage zufolge an die Regeln der städtischen Öffentlichkeitsarbeit gehalten. Danach werde bei solchen Terminen nie das Verdienst irgendeiner Partei erwähnt. Zudem sei jahrelang über den Bau der Beachanlage diskutiert worden. »Die CDU hat ihren Antrag auf diese Debatte draufgesattelt.«

Für die Kritik fehlt dem Bürgermeister das Verständnis: »Ich bleibe unabhängig. Wie sich schon gezeigt hat, bin ich keineswegs immer einer Meinung mit der UWG.«

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