17. März 2019, 20:33 Uhr

Plattschwätzer werden gesucht

17. März 2019, 20:33 Uhr
Landrat Jan Weckler mit dem Buch »Wetterauer Plattschwätzer«, in dem die Beiträge der fünf ersten Mundartwettbewerbe gesammelt sind. (Foto: prw)

Einmal im Jahr wird der Internationale Tag der Muttersprache gefeiert. Dieser soll daran erinnern, dass vielen Sprachen auf der Welt das Aus droht, weil sie immer weniger gesprochen werden. Mit dem internationalen Gedenktag soll an die Bedeutung des Kulturguts Sprache erinnert werden, aber auch die Vielfalt und der Gebrauch der Muttersprache gefördert und das Bewusstsein für die Traditionen gestärkt werden.

»Die Muttersprache ist die Sprache, die das Kleinkind zuerst von der Mutter hört und übernimmt, immer weniger ist sie dialektgefärbt. Die Gründe dafür sind in unserer hochmobilen Gesellschaft zu suchen, in der der regionale Dialekt längst nicht mehr von allen verstanden wird«, erklärte Landrat Jan Weckler. Der Wetteraukreis veranstaltet in diesem Jahr bereits zum siebten Mal einen Mundartwettbewerb. Ein Wettstreit um die schönsten, lustigsten oder auch nachdenklichsten Geschichten, vorgetragen in Mundart.

Die Unterschiede der Mundart sind regional groß. Mundart-Urgestein Erika Werner hat vor einigen Jahren ein Wörterbuch für Florstadt herausgebracht. Wie sie festgestellt hat, gibt es für viele Begriffe in den Stadtteilen ganz unterschiedliche Bezeichnungen. Gerade Stimmungen und Gefühle lassen sich in Mundart weit besser ausdrücken als in Hochdeutsch.

»Mit dem Verlust der Mundart geht ein Stück Kultur verloren«, sagte Landrat Jan Weckler, der für die Teilnahme am Mundartwettbewerb wirbt. Die Veranstaltung beginnt am Samstag, 15. Juni, um 19 Uhr im Bürgerhaus Ortenberg-Gelnhaar. Wer sich dem Publikum stellen möchte, kann eigene oder fremde Texte vortragen. Der Zeitrahmen soll zwischen drei und fünf Minuten liegen. Die Texte müssen zuvor in Mundart und in Hochdeutsch möglichst als Word-Dokument unter folgender E-Mail-Adresse eingereicht werden: pressestelle@wetteraukreis.de. Einsendeschluss ist der 26. April.

Publikum stimmt ab

Eine Jury wird unter den Einsendungen die Texte auswählen, die dem Publikum präsentiert werden. Die Besucher ermitteln per Abstimmung die Platzierungen. Die besten drei Teilnehmer werden mit der Skulptur des Plattschwätzers ausgezeichnet, die von der Bleichenbacher Metallbildhauerin Ulrike Obenauer geschaffen wurde.

Landrat Weckler ruft alle Plattschwätzer auf, »die sprachlichen Schätze unserer Heimat zu bewahren und einen Beitrag für einen humorvollen Heimatabend zu leisten«.

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