18. März 2019, 20:18 Uhr

Polizei warnt vor Produkttest-Angeboten

18. März 2019, 20:18 Uhr

Es klingt verlockend: Das Angebot, als Produkttester Geld zu verdienen. Schnell finden sich im Internet entsprechende Anbieter, die genau damit Werbung machen. Doch die Wetterauer Polizeidirektion warnt, es gebe etliche schwarze Schafe. Das Ziel der Betrüger: Persönliche Daten der interessierten Produkttester abgreifen und so an deren Geld kommen.

Immer mehr Menschen melden sich derzeit bei der Wetterauer Polizei, die Opfer eines solchen Betruges geworden sind oder es hätten werden sollen. Ein Bad Nauheimer beispielsweise fand kürzlich im Internet ein Angebot als Produkttester, das ihm verlockend erschien. Er bewarb sich und erhielt kurz darauf eine Bestätigungs-E-Mail der Vermittlungsfirma und einen ersten Auftrag.

Er wurde aufgefordert die Direktbank N26 auszuprobieren und sich per App testweise anzumelden. Ein Bild seines Personalausweises bräuchte er und ein Ident-Verfahren müsse er durchlaufen. Dem Bad Nauheimer kamen schnell Zweifel ob der vielen persönlichen Daten, die er weitergegeben sollte: Auch fiel ihm auf, dass er ein reales Konto bei der Direktbank abschließen würde, wenn er dem Auftrag Folge leistete.

Ein Anruf bei der Direktbank bestätigte dem Bad Nauheimer seinen Betrugsverdacht: Das Unternehmen führt nämlich keine Produkttests durch. Er ging daher nicht weiter auf den Test ein und informierte stattdessen die Polizei.

Wer im Internet sucht, wird viele vergleichbare Fälle und Erfahrungsberichte finden. Die Täter schalten im Internet Stellenangebote, nutzen dabei oft den guten Namen real existierender Firmen, deren Internetseiten sie ohne deren Wissen nachahmen.

Persönliche Daten werden abgefragt

Melden sich Jobsuchende, dann geben die Täter entweder einen Produkttestauftrag, bei dem persönliche Daten abgefragt werden, oder fordern diese vorab zur Identifizierung des Bewerbers ein. Ein Bild des Personalausweises, ein Selfi mit dem Ausweis in der Hand und manchmal auch die Bankdaten der Bewerber. Zusätzlich kommt eine Warnung: »Um das Testergebnis nicht zu verfälschen, darf der Mitarbeiter nicht merken, dass wir ihn prüfen. Sie treten als normaler Kunde auf, Sie dürfen nicht preisgeben dass Sie als Testkunde tätig sind. Die Mitarbeiter der N26 Bank sind dazu angewiesen worden, offensichtliche Tester zu melden. Falls wir benachrichtigt werden, dass Sie im Verdacht stehen, kein echter Kunde zu sein, können wir Ihnen leider keine Aufwandsentschädigung zahlen und müssen Sie leider für weitere Tests sperren.«

Am Ende haben die Betrüger das, was sie wollen: Alle Daten, um auf den Namen des Testers ein Konto zu eröffnen – oder ein direkt von ihm eröffnetes Bankkonto. Damit können sie etwa Kredite beantragen oder das Konto für Geldwäsche nutzen.

Die Wetterauer Polizei rät, bei Verdacht beispielsweise bei dem Jobanbieter anzurufen. Gibt es auf der Internetseite keine Telefonnummer, sollte man stutzig werden. Ist man auf die Betrüger reingefallen, sollte man sich an die Bank wenden und das eröffnete Konto sofort sperren lassen. Und natürlich die Polizei informieren.

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