26. Juni 2019, 18:52 Uhr

Prof. Annika Sehl referiert über soziale Medien

26. Juni 2019, 18:52 Uhr
Prof. Annika Sehl

Mit einer Handyumfrage zur eigenen Mediennutzung hat Prof. Annika Sehl ihren informativen Vortrag zum Thema »Social Media - Bedeutung von Algorithmen« an der St.-Lioba-Schule begonnen. Die Schüler des elften Jahrgangs konnten an der Leinwand die Ergebnisse verfolgen. Nicht wenige waren überrascht, dass als Informationsquelle neben den sozialen Netzwerken auch noch das Fernsehen einen hohen Stellenwert genießt oder dass über 70 Prozent der Schüler sich mehrmals wöchentlich über das öffentlich-rechtliche Nachrichtenangebot informieren. Auch die Aufforderung, sowohl die sozialen als auch die öffentlich-rechtlichen Medien mithilfe von Adjektiven zu charakterisieren, wurde genutzt. Begriffe wie vielfältig und interessant wurden solchen wie seriös und langweilig gegenübergestellt.

Sehl, die seit Oktober die Professur für Digitalen Journalismus an der Universität der Bundeswehr München innehat, informierte die Schüler nicht nur über die zunehmende Bedeutung der Personalisierung durch Algorithmen im Bereich Social Media, sie machte eindrucksvoll deutlich, wie sehr auch die öffentlich-rechtlichen Medien in zunehmendem Maße es als Chance sehen, ihre digitalen Nachrichtenangebote auf ihren jeweiligen Empfänger zuschneiden zu können. Allerdings seien diese auch ihrem öffentlichen Auftrag zur Universalität hinsichtlich der Nachrichtenvermittlung verpflichtet, sodass sich daraus ein Spannungsverhältnis zu der ebenfalls angestrebten Personalisierung ergeben könne.

Mediale Selbstisolation?

Was sich bisher nicht durch Forschung bestätigt habe, obwohl häufig öffentlich diskutiert: Dass sogenannte Filterblasen entstehen, die die Nutzer von sozialen Medien nur noch in ihrem eigenen »Dunstkreis« agieren lassen. Dennoch bestehe grundsätzlich die Gefahr, dass Menschen, die nur mit ähnlich Denkenden befreundet sind, in eine Art mediale Selbstisolation, die sogenannte Echokammer, geraten könnten.

Die grundsätzliche Herausforderung für Zeitungen, auch jüngere Nutzer zu erreichen, sowie deren unterschiedliche Versuche, im Bereich der Digitalität ihre Nachrichten zu platzieren, um weiterhin Leser zu gewinnen, wurde ebenfalls von Sehl anschaulich dargelegt und mit Daten aus ihren wissenschaftlichen Studien untermauert.

Neben ihrer Fachkompetenz war der Besuch auch unter der Fragestellung interessant, welche Erfahrungen Sehl als Frau während ihrer beruflichen Karriere gemacht hat. Sie präsentierten den Schülern zunächst mit einem Kurzabriss ihrer bisherigen Laufbahn und erzählte unter anderem, dass sie selbst einmal Schülerin der St.-Lioba-Schule gewesen ist.

Am Ende bedankte sich Gudrun Friedrich, die als ehemalige Deutschlehrerin den Kontakt zu Sehl hergestellt und die Einladung ausgesprochen hatte, für den gelungenen Vortrag. (Foto: Bundeswehr)

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