21. Dezember 2017, 20:38 Uhr

Proppenvolles Central Studio

21. Dezember 2017, 20:38 Uhr
Die Marvin Dorfler Big Band begeistert ihr Publikum mit Weihnachtlichem. (Foto: pv)

Bestens gelaunt, diesmal gesangslastig, swingend, jazzend, rockend und mit Ausflügen in den Funk: So präsentierte sich zum zehnten Mal die Friedberger Marvin Dorfler Big Band mit »Christmas Swing« im Central Studio. Carmen Janik und ihr Team hatten auch für die Weihnachtsdeko gesorgt.

Das über zweistündige Programm changierte zwischen Tradition und Moderne, ließ Bethlehems Schäfer bei »Kommet, ihr Hirten« im Takt von »Take Five« dahinwandern und verlieh dem traditionellen Weihnachtslied »Ich steh an deiner Krippen hier« einen mitreißenden Salsa-Groove. Hier konnte sich die Band durch rhythmische Exaktheit und perfektes Zusammenspiel auszeichnen, gestützt durch den Perkussionisten Malte Blumrich. Gleich zwei Sänger und sechs Sängerinnen hatte sich das Orchester, das phasenweise mit sattem Big-Band-Sound aufwartete, mitgebracht, wobei »The Voice of Frank Sinatra« Erik Borner nicht nur zusätzlich als Moderator und satirischer Geschichtenerzähler fungierte, sondern zur Freude des Publikums auch mit »Santa Claus Is Coming to Town« und »Lasst uns froh und munter sein« besonders glänzte, wobei er bei dem zweiten Arrangement den ganzen Saal zum Mitsingen brachte. Ein weiterer Höhepunkt war die stimmliche Präsenz von Stefan Spielberger, der gemeinsam mit Erik Borner satirische Weihnachtstexte beeindruckend präsentierte. Spielbergers Darbietung von den Winterwunderwelttiteln »Hei, so eine Schneeballschlacht« und »Frosty, the Snowman«, zeigte sein Stimmvermögen und riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Sandra Ivicak mit ihrer beeindruckenden Drei-Oktaven-Stimme schlug einerseits eher die besinnlichen Töne an (»Santa Baby«), präsentierte aber auch Ausdrucksvolles aus dem Gospel-Genre, so die berührende Hymne »God Bless the Child« der frühen Jazzikone Billie Holiday, die sich mit ihrem Gesang über ihr von Gewalt geprägtes Leben erhob.

Das Sängerinnen-Quartett mit Bettina Skottke im Christmas-Abendlook, Saskia Olesch, Franziska Walther und Laura Beranek brillierte mit einer swingenden Variation von Händels »Hallelujah« sowie »Joyful, Joyful« aus dem Film »Sister Act«.

Einen weiteren Glanzpunkt des Konzerts stellte der Einsatz von Michael Sach am Tubax dar: Das Kontrabass-Saxofon mit einer Länge von 1,10 Metern und einem Gewicht von zehn Kilogramm muss beim Spiel mittels eines Ständers gestützt werden und verlieh dem Weihnachtslied »Have Yourself a Merry Little Christmas« einen wundervoll tiefen und warm tönenden Klang. Der Applaus für dieses Solo ließ ebenso wenig auf sich warten wie der Beifall für die vom Bandleader einzeln vorgestellten Solisten und das Posaunen-Stück »Old Christmas Tree«, bei dem vier Bläser akustisch ein komplettes Orchester inklusive Tuba und Trompete repräsentierten.

Nach der Pause wartete die Band mit weiteren Überraschungen auf. Immer wieder stellten Bläser, Gitarrist, Bassist, Drummer und Keyboarder ihre Vielseitigkeit unter Beweis, stiegen in manche Advents- und Weihnachtssongs traditionell und überzeugend in der Manier von Kirchturmbläsern ein – um dann, im plötzlichen Wechsel von Rhythmus, Dynamik und Ausdruck Rumba, Samba, Rock’n’Roll oder Funk mit passendem E-Bass-Solo aus dem Ärmel zu zaubern.

Besondere Höhepunkte nach der Pause waren ein außergewöhnliches Arrangement von »Rudolph, the Red-Nosed Reindeer«, das Duett »Baby, It’s Cold Outside« von Bettina Skottke und Stefan Spielberger und »All I Want for Christmas Is You«, bei dem Sandra Ivicak zusammen mit Bettina Skottke und Renate Gantz-Bopp den Saal zum Kochen brachten. Mit »We Wish You a Merry Christmas« als Zugabe verabschiedete sich die Marvin Dorfler Big Band bestens gelaunt von einem begeisterten Publikum.

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