Die Positionen sind klar: Die einen wollen ein Rewe-Logistikzentrum an der A 45 bei Berstadt, die anderen nicht. Beide Seiten tauschen regelmäßig ihre Argumente aus - ohne sich einander anzunähern. So auch am Donnerstag. Anlässlich der dritten Offenlage des Bebauungsplans haben sich vor dem Rathaus Protestler versammelt, um gegen den Bau des Logistikzentrums zu demonstrieren und um Bürgermeister Eike See Einwendungen zu überreichen.

Die Demo-Veranstalter rund um Leiterin Susan Schultheis berichten nun in einer Pressemitteilung, dass sich rund 50 Bürger versammelt haben. In kurzen Redebeiträgen sei darauf aufmerksam gemacht worden, dass es sich bei den von Rewe ins Auge gefassten Ackerböden um die besten in Europa handele. Thomas Zebunke (Grüne) beklagte, die Gemeinde sei mit dem Thema nicht allein, Flächenversiegelungen seien an mehreren Stellen geplant. Parteikollegin Brigitta Nell-Düvel zitierte den Astronauten Alexander Gerst, der vor der Ressourcenknappheit gewarnt hatte.

Bio-Rosenbauer Werner Ruf richtet einen Vorschlag an das Rewe-Management: Statt das Land teuer von der Gemeinde zu erwerben, solle Rewe es langfristig zum normalen Preis von den Landwirten pachten. »Rewe müsse dabei nur eine Auflage erfüllen: Nach Ablauf der Nutzungszeit des Gebäudes alles wieder im ursprünglichen Zustand hinterlassen und diese Kosten nicht auf die Allgemeinheit abwälzen.«

Schultheis sagte in ihrer Rede zum Klimaschutz, jeder könne durch das eigene Konsumverhalten einen Beitrag leisten. Da Rewe das Lager u. a. damit begründe, die Produktpalette stetig zu erweitern, fragte sie: »Ganz ehrlich, wer von uns braucht noch mehr Joghurts, Fertiggerichte, Softdrinks, Süßigkeiten, Kosmetikartikel etc. im Regal? Ist das wirklich das, was uns weiterbringt? Ich glaube nein!«

Später übergaben die Protestler ihre Einwendungen direkt an den Bürgermeister.

In einer Pressemitteilung aus dem Rathaus heißt es: »Im Vergleich zu anderen Verfahren wurden verhältnismäßig viele Einwendungen eingebracht. Insgesamt sind es jedoch deutlich weniger als bei der vergangenen Offenlage.« Es handele sich zum größten Teil um Mustereinwendungen der BI »Bürger für Boden«. Es zeichne sich ab, dass ein Großteil nicht von Wölfersheimern stamme. See dazu: »Viele Menschen sind besorgt und das kann ich angesichts der Größe des Projektes auch verstehen.« Die Entscheidung sei aber gut abgewogen und in mehreren Gremien parteiübergreifend befürwortet worden. »Ich komme daher gerne mit den Menschen ins Gespräch, um Hintergründe zu erläutern. Als ich von der erneuten Aktion gehört habe, habe ich kurzfristig andere Termine abgesagt, um vor Ort als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.« Er sagt, noch kein Vorhaben in der Geschichte der Gemeinde sei so lange, transparent und intensiv beraten worden wie dieses. »Wir werden am Ende sicher nicht alle Bürgerinnen und Bürger von den Vorteilen des Vorhabens überzeugt haben - aber es kann sicher niemand ernsthaft behaupten, dass es nicht genug Möglichkeiten zur Information, Diskussion und Beteiligung gab.«

Die dritte Offenlage des Bebauungsplans endet am kommenden Montag. Die Rewe-Gegner weisen auch darauf hin, dass noch eine Online-Petition läuft, gerichtet an das Rewe-Management und den Bundestag.

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