21. Dezember 2018, 19:24 Uhr

Reale Läden statt schnelle Klicks

21. Dezember 2018, 19:24 Uhr
Lieber durch die Bad Nauheimer Fußgängerzone schlendern oder lieber von der Couch aus beim Online-Anbieter einkaufen? Die Agentur ITMS setzt sich für die Attraktivität des Einzelhandels ein. (Foto: Nici Merz)

Bad Nauheim (agl/pm). Wer jetzt noch keine Weihnachtsgeschenke besorgt hat, spürt vermutlich den Druck, geht noch schnell in die Stadt und sucht in den Geschäften nach dem gewünschten Präsent oder nach der tollen Überraschung. Oder er klickt sich noch eben durch diverse Online-Angebote. Analog gegen digital, Einzelhandel gegen Online-Riesen – so könnte man die Herausforderung der kleinen Geschäfte und auch der Kaufhäuser in den Städten zusammenfassen. Was kann der Einzelhandel tun, um in Zeiten des Einkaufs per Knopfdruck zu bestehen? Bei der in Bad Nauheim ansässigen Kommunikationsagentur ITMS Marketing macht man sich darüber Gedanken.

»Es scheint, dass zwar die Digitalisierung das Einkaufsverhalten der Deutschen tiefgreifend verändert hat, dennoch wollen die Deutschen aber viele Produkte immer noch anfassen, ausprobieren und dabei auf eine persönliche Beratung keinesfalls verzichten«, heißt es in einer Pressemitteilung von ITMS. »Für Kunden muss heutzutage ein Einkaufserlebnis kreiert werden, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt«, sagt Carolin Pascal, Associate Director der Kommunikationsagentur.

Seit 1996 operiert ITMS von Bad Nauheim aus und berät neben internationalen auch mehrere deutsche Unternehmen, darunter Einkaufszentren und Einzelhändler aus der Region, um diese gegen den »Angriff aus dem Internet« bestmöglich aufzustellen. So ist die Agentur seit mehreren Jahren für das Main-Taunus-Zentrum (MTZ) in Sulzbach aktiv. Durch ein abwechslungsreiches Programm und zielgerichtete Kommunikation verstehe man es, »das Einkaufserlebnis immer neu zu erfinden« und so auch, trotz der Konkurrenz aus dem Internet, die Besucherzahlen auf hohem Niveau zu halten.

Neben regelmäßigen Aktionen mit Promotern und Hostessen, die den Einkauf für Kunden zum Erlebnis machen, sei das MTZ über die sozialen Medien besonders aktiv, um Kunden zu gewinnen. Für den Erfolg sei es vor allem wichtig, eine konkrete Kommunikationsstrategie zu verfolgen, heißt es vonseiten der Agentur.

Einkaufen als Event

Diese Herangehensweise kann laut Pascal auch durchweg auf den lokalen Einzelhandel übertragen werden. Dabei sollten sich Händler auf ihre eigentlichen Stärken konzentrieren – den persönlichen Service und die Interaktion mit dem Kunden –, indem sie personalisierte oder spezialisierte Leistungen anbieten. Durch einen flexibleren, auf die Bedürfnisse des Kunden angepassten Ansatz sei es möglich, sich von Mitbewerbern abzuheben und ein Shoppingerlebnis für Kunden zu erzeugen. Künftig werde der Handel den »Eventcharakter des Einkaufens« noch stärker betonen müssen.

»Der Einzelhandel steht vor der Aufgabe, die Beratungsqualität zu verbessern und Shops und Angebote zu modernisieren«, sagt Pascal weiter.

Der Begriff Omnichannel habe längst Einzug in den Sprachgebrauch des Händlers gefunden. Das bedeute: Wer Erfolg haben wolle, müsse auf mehreren Kanälen präsent sein. Doch allein mit einem eigenen Onlineshop sei es nicht möglich, »gegen die mächtige Konkurrenz wie Amazon zu bestehen«.

Durch das Internet seien Kunden meist schon gut informiert, wenn sie den Laden betreten, schreibt die Agentur ITMS. »Doch sie erwarten dann, dass das Verkaufspersonal ihnen besser weiterhelfen kann, als dies das Internet tut. Dass geschultes Personal nicht jede Frage über das kleinste Detail wissen kann, ist natürlich verständlich. Deshalb sollten Einzelhändler den eigenen Mitarbeitern hilfreiche Tools zur Verfügung stellen, damit sie alle Informationen schnell abrufen können.«

Doch wie die Digitalisierung die Welt und das Einkaufsverhalten der Menschen über die nächsten Jahre und Jahrzehnte verändernd werde, könne niemand wirklich voraussagen. »Neue Geschäftsmodelle und der Einsatz von neuen Technologien werden die Zukunft prägen. Der Handel sollte deshalb auch ruhig Experimente wagen. Um das Geschäft fit für die Zukunft zu machen, sollten jedoch immer der Kunde und dessen Wünsche im Fokus des Schaffens sein. Beides müssen die Händler genau kennen und bereit sein, auch einmal neue Wege einzuschlagen.«

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