Es war eine Reise in die Vergangenheit, die Feier zum 30-jährigen Bestehen des Café Kaktus am Wochenende. Am 3. Mai 1989 wurde die Mischung aus Kneipe, Café und Veranstaltungsort mit einem Konzert der Band »Emerald Lies« eröffnet.

Die Wetterauer Formation besteht noch immer und so spielten die Emerald-Lies Urgesteine, Bassist Thomas Küchenmeister, Drummer Claus Weber und Gitarrist Jörg Karl zusammen mit »Jungspund« Sebastian Roth am Samstagabend zum Jubiläum einmal mehr ihren melodischen Sophisticated Rock, genau 30 Jahre und ein Tag nach dem Eröffnungskonzert.

Zum großen »Jubiläumsempfang« waren neben den aktuellen Inhabern Sebastian »Basti« Beck und Fabian Körner auch die Kaktus-Gründer Sabine »Bini« Graf, Harry Thyssen, und Kolja Riemenschneider gekommen. 14 Jahre führte das Trio das Kaktus, bevor Basti Beck die Kultkneipe in der Hospitalgasse übernahm. Anfang letzten Jahres stieg dann Fabian Körner mit ein.

Bei Schnittchen und Wetterauer Apfelsecco wurde mit unzähligen Stammgästen an die »alten Zeiten« erinnert. »Ich kann es kaum glauben, wer hier heute alles gekommen ist«, sagte Harry Thyssen, der viele mehr oder weniger leicht ergraute Gäste der ersten Stunde im proppenvollen Kaktus begrüßen konnte.

Konzert für 600 Mark

Begonnen hatte das dreitägige Jubiläumsfest bereits am Freitagabend mit einem ausverkauften Auftritt von Götz Widmann. Der Liedermacher, der gerade mit seinem Programm »Zeitreise« auf Jubiläumstour ist, gehört zu den musikalischen Stammgästen im Kaktus.»Ich bin jetzt 25 Jahre unterwegs. Mein erstes Auswärtskonzert außerhalb von Bonn war im Mai 1994 hier im Kaktus und das für 600 Mark«, erzählt der Bonner. Widmann weiter: »Der Kaktus ist die einzige Location auf der Jubiläumstour, wo ich schon vor 25 Jahren spielte. Es ist immer wie Heimkommen.« Dem stimmten die textsicheren Edelfans bedingungslos zu und sangen nahezu alle Klassiker Widmanns lautstark mit, von der Geschichte über den Drogenhund Eberhard über die Probleme des Deutschen Manns mit dessen »kleinen Mann« bis zur Holland-Hymne »aber wenn es um Fußball geht, dann hass ich Holland wie die Pest.« Wie bei nahezu allen Tourneen hatte Widmann einen jungen Liedermacher mitgebracht. Der Berliner Markus Sommer begeisterte bei seinen drei Liedern mit seiner ganz eigenen Stimme und virtuosen Spiel auf seiner auf den Knien liegenden Gitarre, die er so auch als Schlagwerk nutzen konnte.

Zum Festfinale am Sonntagabend war mit Paddy Schmidt ein weiterer Stammgast gekommen. Der Frontmann der Irish-Folk-Kultgruppe »Paddy goes to Holyhead« trat schon 1988 in der Kreisstadt auf, damals bei den Deutsch-Iren in der Schillerlinde, dann im Lascaux und »irgendwann auch das erste Mal im Kaktus«, erinnert sich Schmidt, der mit klassischen irischen Weisen ebenso begeisterte wie mit seinen Eigenkompositionen, samt einer »Hommage« an Theresa May, »die sehr erfolgreich den Brexit verhindert«, meinte Schmidt, der humorvoll feststellte: »ich sehe so aus, als würde ich seit 30 Jahren immer spielen.«

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