15. Februar 2018, 17:00 Uhr

Natürliche Gesundmacher

Rezepte gegen Krankheit: Hustenbonbons selbst gemacht

Die Natur hat viel zu bieten, um gesund zu werden oder fit zu bleiben. Teilnehmer eines Kurses in Bad Nauheim wissen spätestens jetzt: Die Brennnessel ist nicht nur nervig.
15. Februar 2018, 17:00 Uhr
Kräuterfrau Barbara Skarupke (l.), Heilpraktikerin Claudia Amend (M.) und eine Kursteilnehmerin bereiten die Thymianbonbons zu. (Foto: Steinhauer)

Schafgarbe, Spitzwegerich, Thymian, Malve oder Brennnessel – viele Heilpflanzen, die unserem Immunsystem auf die Sprünge helfen, kann man im eigenen Garten oder bei Spaziergängen am Wegesrand finden. Wie man gesund und munter durch die kalte Jahreszeit kommt, konnte man bei einem Kurs des Kneippvereins in der Klinik am Südpark in Bad Nauheim erfahren. Dabei gab es nicht nur Tipps zur Vermeidung lästiger Erkältungskrankheiten, sondern auch Rezepte für Leckereien.

 

 

Die kalte Jahreszeit macht unserem Immunsystem zu schaffen. Doch Heilpraktikerin und Osteopathin Claudia Amend verriet in ihrem Vortrag, wie man sich vor Erkältungen und Infekten schützen, die eigenen Abwehrkräfte stärken und sich selbst helfen kann, falls es einen doch erwischt. Dazu gebe es viele natürliche Quellen, wie die Hagebutte, Sanddorn oder schwarze Johannisbeeren, die einen hohen Vitamin-C-Gehalt hätten. »Hagebutten können Sie im Herbst sammeln, die Kerne sollte man entfernen, die roten Schalen ergeben einen wunderbaren Tee, in dem auch das Vitamin C nicht verloren geht«, riet Amend.

 

Malva silvestris gegen Reizhusten

 

Auch die Ingwerwurzel könne man gut als Tee aufbrühen, Ingwer sei wärmend und helfe nicht nur bei Fieber, Schnupfen und Husten, sondern sei auch gut für den Magen, helfe gegen Übelkeit und Schwindel. Er sei außerdem ein natürliches Antihistaminikum, helfe bei Allergien, ohne müde zu machen. »Gerade jetzt im Übergang zum Frühling ist unser Immunsystem oftmals überfordert, weil zu den Erkältungskrankheiten schon die ersten Heuschnupfenauslöser, wie Birken, anfangen zu blühen«, erklärte Amend. Auch ein so unscheinbares Kraut wie der Spitzwegerich enthalte pflanzliche Antibiotika, als Tee oder Tinktur helfe er gegen Husten und stimuliere das Immunsystem.

Das gleiche gelte für die Brennnessel, deren Samen viele Mineralstoffe und Vitamine und somit viel Energie enthielten, gleichzeitig auch entzündungshemmend wirkten. Geröstet im Quark oder Müsli seien sie ein echtes Superfood. Frisch geröstete Brennnesselsamen gab es dann im Kurs als köstlichen Brotaufstrich mit Frischkäse und gerösteten Sonnenblumenkernen von Kräuterfrau Barbara Skarupke. Die Brennnesselsamen könne man ab August selbst ernten und trocknen. Fettfrei in einer Pfanne geröstet, entwickelten sie ein leckeres, nussiges Aroma.

 

 

In der Lehrküche der Klinik wurden verschiedene Rezepte mit Heilpflanzen zubereitet und probiert. So gab es einen Tee aus frischen Malvenblüten. Diese enthielten Schleimstoffe, »das hilft vor allem bei Reizhusten«, verriet die Kräuterfrau. Der Tee müsse kalt aufgegossen werden. Wichtig sei, dass es sich um Malva silvestris handele, denn unter dem Namen Malve erhalte man auch oft Hibiskusblüten. Strahlend blau verfärbte sich der Aufguss in der Glaskanne.

 

Balsam für raue Lippen

 

Auch Hustenbonbons aus Thymian wurden hergestellt und ein Balsam für raue Lippen mit Schafgarbenblüten. Die Schafgarbe beschleunige die Wundheilung und wirke entzündungshemmend. Die Kräuterfrau hatte außerdem Beinwellwurzeln aus dem eigenen Garten zur Zubereitung einer Tinktur mitgebracht: »Beinwell hilft gegen Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen«, erklärte Skarupke. »Schon im Mittelalter wurde die Beinwellwurzel zur Heilung von Knochenbrüchen eingesetzt.« Die Teilnehmer durften sich ein Wurzelstück für den eigenen Garten mitnehmen, genauso wie die selbst hergestellten Heilmittel. (Fotos: Steinhauer)

Info

Bonbons selber machen

Die Thymian-Hustenbonbons kann man zu Hause leicht selbst herstellen. Wer keinen Thymian im Garten hat, kann getrockneten Thymian auch in der Apotheke bekommen. Barbara Skarupke rät, den Thymian sehr fein zu mahlen, das sei angenehmer zu lutschen. In einem Topf erhitzt man 100 Gramm Birkenzucker, dieser enthalte weniger Kalorien als herkömmlicher Zucker und sei somit gesünder. Wenn der Zucker ganz geschmolzen ist, gibt man zwei Teelöffel Thymian dazu. Dann lässt man mit einem Teelöffel kleine Tropfen auf Backpapier fallen und das Ganze abkühlen. Schon sind die Hustenbonbons fertig. (isi)

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