17. September 2017, 17:30 Uhr

Überfüllt

Riesensause im Festzelt beim Friedberger Herbstmarkt

Das gab es in der 68-jährigen Geschichte des Herbstmarktes noch nie. Kurz vor 23 Uhr wurde das Festzelt von Franz Widmann am Samstag vorübergehend wegen Überfüllung geschlossen.
17. September 2017, 17:30 Uhr
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Von Harald Schuchardt
Party pur im überfülltem Festzelt. (Foto: Loni Schuchardt)

Sicherheitspersonal und Polizei hatten den Eingang abgesperrt. Wer von der Toilette kam, diskutierte heftig. Nach zehn Minuten wurde das Zelt wieder geöffnet, später wurde die Prozedur noch einmal wiederholt.

Drinnen tobte eine Party, wie sie es selbst Widmann in der Kreisstadt noch nicht erlebt hatte. Von vorne bis ganz hinten standen die Besucher auf den Bänken und feierten zur Musik der Ingolstädter Band Musikuss. »Das ist ja ein irres Publikum«, freute sich Keyboarder Martin Amann in der letzten Pause kurz vor Mitternacht.

Schon am Freitag war Party mit »Vrööni und die Partybären« angesagt gewesen. Nach einem kurzen Gewitter und einigen Regenschauern füllte sich nicht nur das Zelt, sondern auch das Festgelände, wo nach einjähriger Pause der Taumler wieder an seinem angestammten Platz stand. Das Fahrgeschäft war erneut Treffpunkt für die Jugend.

 
Fotostrecke: Herbstmarkt in Friedberg

Ein Hingucker war die 55 Meter hohe und 120 Kilometer pro Stunde schnelle Riesenschleuder »VMAXX«, deren Betreten schon etwas Mut erforderte. »Das war wie im Flugzeug«, meinte Max Knorr aus Büdesheim nach der Fahrt. Freundin Britt Stelz fand es »rückwärts am schlimmsten«. Das Fahrgeschäft der Gebrüder Boos aus Magdeburg war ebenso erstmals in die Kreisstadt gekommen wie eine Riesenrutschbahn. »Die hätte im Zelt enden müssen«, scherzte ein durstiger Besucher. Wellenflug, Autoscooter, Geisterdorf, Breakdancer, Suermanns Raketen und Fahrgeschäfte für Kinder ergänzten das abwechslungsreiche Angebot ebenso wie Schießwagen, Losstände und vieles mehr.

Unter dem nicht immer idealen Wetter litten dagegen die Beschicker des Krammarkts und der davor gelagerten »Gourmetwiese«, auf der von Flammkuchen und Champignons über Steaks und Würstchen, bis hin zu Stockbrot und Wein jede Menge angeboten wurde. Belgische Pommes, Pizza, Hot Dogs und süße Leckereien ergänzten das kulinarische Angebot auf dem Festplatz.

Matschige Angelegenheit

Der Samstag begann früh und vor allem kalt. Noch im Dunkeln bauten die ersten Anbieter ihre Flohmarktstände auf der Wiese unterhalb des Krankenhauses auf. Etliche Schnäppchenjäger waren da schon unterwegs. Die große Wiese war gesperrt. Sie wurde für die Tiershow geschont. Wer mit seinem Angebot am Fahrweg und entlang der Promenadenwege stand, hatte Glück. Für den Rest wurde es eine matschige Angelegenheit. »Wir hätten Gummistiefel anziehen sollen,« sagte Bernd Mardong, der trotzdem mit dem Verkauf zufrieden war, ebenso wie Heinz Müller, der für 10 Euro originalverpackte Treppenbeläge erworben hatte. »Das bekomme ich so günstig nur hier.« Etliche Besucher ließen sich derweil das »Herbstmarkt-Frühstück« im Karussell-Café neben dem Köhler’schen Kinderkarussell schmecken.

Bis zum Nachmittag und nach wenig Regen dann den ganzen Abend blieb es trocken. War am Tag auf dem Festplatz schon einiges los, so setzte bereits am frühen Abend der Run ein. Wer auf den eingezäunten Platz wollte, wurde von Security-Mitarbeitern kontrolliert. Das kannten die Besucher schon vom Vorjahr. Probleme gab es da keine.



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