10. September 2019, 11:00 Uhr

Rundfahrt über »hubbelige« Straßen

Risse und Löcher: Viele Straßen sind reparaturbedürftig

Viele Straßen in Friedberg bieten ein trauriges Bild: Risse, Löcher, Flickenteppiche und Buckelpisten sind zu bestaunen. Etliche Straßen sind sanierungsbedürftig. Für Reparaturen fehlt das Geld.
10. September 2019, 11:00 Uhr
Die Friedberger Straßen (hier die Görbelheimer Hohl) sind in einem bedauernswerten Zustand. Reparaturen kosten viel Geld. Die Schäden können nur nach und nach behoben werden. (Foto: Nici Merz)

Zugegeben: Es gibt weitere »heile« Straßen in Friedberg, ohne Risse, Löcher und Wellen. In vielen Fällen aber ist der Zustand besorgniserregend. Der WZ-Reporter hat eine Rundreise auf dem Rad quer durch die Kernstadt unternommen. Nur die erste Station war vorgegeben: der Mühlweg. Dort soll es schlimm aussehen, sagt ein Leser.

Von der Liebfrauenstraße bis zur Gebrüder-Lang-Straße ist der Mühlweg in der Mitte der Fahrbahn komplett aufgerissen. Die Decke ist porös, Asphalt bricht ab. Auf Höhe von Haus-Nr. 47 gleicht die Straße einer Mittelgebirgslandschaft im Miniaturformat. Auf dieser Trümmerwüste mit dem Fahrrad zu fahren, ist eine Qual. Aber auch Autofahrer haben hier keine Freude. (Die Anwohner sowieso nicht. »Hier riecht’s öfter nach Kloake«, sagt eine Frau. »Da ist was kaputt.«)

Die »Asphalt-Metamorphose«

Die Gebrüder-Lang-Straße ist im oberen Drittel wie neu, in der Mitte aber lässt sich die »Asphalt-Metamorphose« (erst Riss, dann Loch, dann Flickenteppich) gut studieren. In der Fauerbacher Straße folgen die üblichen »Ausbesserungen«, die für Radfahrer »Verschlechterungen« darstellen: Jede Telekomleitung, die gezogen wird, bedeutet, dass die Straße aufgrund der vielen Flicken zur Buckelpiste mutiert. Akuter Handlungsbedarf besteht am Ende der Bahnunterführung, von Fauerbach kommend in Richtung Kaserne (»Görbelheimer Hohl«). Am Ausgang der letzten Bahnbrücke hat sich der rechte Fahrbahnrand abgesenkt; ein langer Riss ist entstanden. Für Autos unerheblich, für Fahrräder äußerst gefährlich.

Über die Straße »Am Wartfeld« (fast makellose Decke!) führt der Weg zum Dachspfad: Auch hier Löcher, Risse, Flicken, zwei Kanaldeckel ragen über die Straßendecke. »Man hört die Schläge, wenn Autos vorbeifahren«, sagt eine Anwohnerin. »Die Straße sollte eigentlich gemacht werden.« Es dürfte ein schwacher Trost sein, dass es einen Block weiter noch schlimmer aussieht. Im Wingert ist die komplette rechte Fahrbahnseite porös. Lose Schottersteine werden von vorbeifahrenden Autos auf der Straße verteilt, die nächsten Löcher kündigen sich an. Im Krämer hat sich in Höhe der früheren Kita die Fahrbahn gesenkt, vermutlich Lkw-Spuren. Auch vor dem Schulamt in der Mainzer-Tor-Anlage bilden sich erste Löcher. Vor dem Haus Bismarckstraße 16 schlägt die (durch Pfosten ohnehin verengte) Fahrbahn lange Wellen. Aus ästhetischer Sicht sieht die Bismarckstraße mit dem abgetrennten Radweg aus, als ob einem Stadtplanungs-Praktikanten ein peinlicher Fehler unterlaufen wäre.

Oben hui, unten pfui

Die Kaiserstraße überspringen wir und fahren in den westlichen Teil der Mainzer-Tor-Anlage. Im Frühjahr blühen hier die Linden wunderschön. Oben hui, unten pfui: Spätestens ab der Lutheranlage wird man durchgeschüttelt. Die Wintersteinstraße schließlich ist im vorderen Teil ein Beispiel dafür, dass Ausbesserungsarbeiten an Fahrbahndecken auch gelingen können. Der Niveauunterschied zwischen Flicken und Fahrbahn ist kaum auszumachen. Biegt man am Ende der Wintersteinstraße aber nach rechts zur Ockstädter Straße ab, folgt der nächste Mittelgebirgszug im Miniaturformat: Poröser Asphalt, Löcher, Risse, Stolperfallen.

Das war nur eine Auswahl. Die Tour könnte an x-beliebiger Stelle fortgesetzt werden. Die Ortsvorsteher der Stadtteile können eigene Baustellen nennen, defekte Bürgersteige (besonders »sehenswert«: das Patchwork-Trottoir in der Birkenstraße) kommen hinzu.

Die nächsten Baumaßnahmen

Als die Straßenbeitragssatzung galt, wurden keine Straßen saniert. Sonst hätten die Bürger zur Kasse gebeten werden müssen. Jetzt klafft ein Loch im Haushalt. »Wir können jedes Jahr nur eine Straße sanieren«, sagt Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU). 2020 ist dies der Mühlweg im Barbaraviertel. Mittel bewilligt sind für kurzfristige Maßnahmen in den Straßen »Am Burgberg«, »Am Dachspfad« (Beginn nach Fertigstellung der Kita) und die Friedberger Straße in Ockstadt, die sich in der Planungsphase befindet, hierfür hat die Stadt Fördermittel beim Land beantragt.

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