26. August 2019, 20:38 Uhr

Säckelgraben: BUND rügt »naturschädliche Mulchmahd«

26. August 2019, 20:38 Uhr

Verwundert zeigt sich der BUND Bad Nauheim/Friedberg über eine Pressemitteilung der Stadtwerke Bad Nauheim zum Trinkwassergewinnungs-Gebiet am Säckelgraben in Nieder-Mörlen. Stadtwerke-Chef Peter Drausnigg hatte die Streuobstwiese als »naturbelassenes Biotop« bezeichnet, in dem Insekten, Vögel und andere Tierarten einen idealen Lebensraum hätten (die WZ berichtete).

Dieser Darstellung widerspricht der BUND-Ortsverband. Jedes Engagement in Richtung Naturschutz sei zu begrüßen. Doch leider sei das Ergebnis nicht optimal, weil blühende Pflanzen fehlten, die den Insekten Nahrung bieten könnten. Nach BUND-Angaben wird auf dem Gelände seit Jahren die »naturschädliche Mulchmahd« praktiziert, was zu einem Rückgang der Artenvielfalt führe. Statt blühenden Kräutern dominierten starkwüchsige Gräser. Ein Großteil der Insekten und anderen Tiere fielen dem Schlegelmäher zum Opfer. »Naturförderlich wäre eine Heumahd, bei der das getrocknete Gras von der Fläche entfernt wird«, rät der BUND. Der Zaun um das Gelände sei zudem so dicht, dass weder Hase noch Igel dorthin gelangen könnten. Das im Artikel erwähnte Aufstellen von Bienenstöcken habe nichts mit Naturschutz zu tun, denn bei Honigbienen handele es sich um Nutztiere, die im Gegensatz zu Wildbienen nicht gefährdet seien.

Positiv wertet der Ortsverband die Obstbäume unterschiedlichen Alters, von denen allerdings viele ein Pflegedefizit aufwiesen. Der BUND bietet den Stadtwerken Beratung zur Pflege der Streuobstwiese an.

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