09. September 2019, 19:56 Uhr

Schäden durch Feuerwehreinsätze?

09. September 2019, 19:56 Uhr
Rund 300 Feuerwehrleute hören den Vortrag des Buchautors Markus Pulm. (Foto: pm)

Die Feuerwehr rettet durch ihren Einsatz nicht selten Leben, aber verursacht sie durch ihr Vorgehen auch vermeidbare Schäden? Mit dieser provokanten Frage beschäftigte sich ein Vortrag von Dr. Markus Pulm vor Führungskräften der Wetterauer Feuerwehren. Den Fachvortrag des Buchautors und stellvertretenden Leiters der Karlsruher Berufsfeuerwehr in der Rosbacher Adolf-Reichwein-Halle hatten Feuerwehrleute aus Rosbach in Zusammenarbeit mit der Stadt organisiert. Rund 300 Feuerwehrleute aus Rosbach, dem gesamten Kreisgebiet und von weiteren Wehren waren dazugekommen.

In seinem Vortrag sprach Pulm, wie in seinem Fachbuch »Falsche Taktik - Große Schäden« über die Auswirkungen der Vorgehensweise der Feuerwehr auf das weitere Einsatzgeschehen und die Gesamtschadenbilanz. Durch die provozierende These, dass viele Schäden durch das Vorgehen der Feuerwehr verursacht werden, und manche sarkastische Äußerung wurden die Feuerwehrführungskräfte erst mal wachgerüttelt.

In vielen Einsatzbeispielen zeigte er auf, welche Auswirkungen die Taktik der Feuerwehr haben kann und wo Probleme oder eine Schadenausbreitung, eventuell sogar Gefahren für die Feuerwehrleute durch überhastetes und falsches Vorgehen entstehen. Die Überlegung, wie viel mehr Schaden entsteht, wenn Feuer in der Küche eine Minute länger brennt und ob die Vermeidung der Rauchausbreitung in ein rauchfreies Wohnzimmer diesen Schaden nicht mehr als wettmacht, regte im Saal zum Nachdenken an.

Der Vortrag war auf Initiative des stellvertretenden Wehrführers der Wehr Rosbach Sven Kaus organisiert worden. Die Stadt Rosbach stellte dazu die Adolf-Reichwein-Halle zur Verfügung. Der Stadtbrandinspektor Clemens Harff lud alle Feuerwehren im Wetteraukreis und weitere umliegende Feuerwehren ein. Harff dankte in einer kurzen Ansprache den Sponsoren und dem Förderverein, vertreten durch den ersten Vorsitzenden Tim Blecher, für die Unterstützung und die Organisation. Durch die Sponsoren konnte die Veranstaltung kostenlos angeboten werden. Auch Kreisbrandinspektor Lars Henrich schloss sich dem Dank an und freute sich über die Zusammenarbeit der Feuerwehren bei der Aus- und Weiterbildung. »Dies war hoffentlich nicht das einzige Event im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit«, sagte er.

Bürgermeister Steffen Maar würdigte das Erscheinen der Feuerwehrleute bei bestem Wetter am Samstagnachmittag »sicherlich hätten viele von Ihnen zu Hause anderes zu tun, aber dies zeigt einmal mehr das Engagement und die Hilfsbereitschaft der Feuerwehren.«

Kein Standardvorgehen

Im weiteren Verlauf des Vortrags wurden alternative Ideen zum Vorgehen der Feuerwehr vorgestellt, etwa Rauchschutztüren geschlossen halten und über Außenfenster vorgehen. Weitere Einsatzbeispielen vom Zimmerbrand im Mehrfamilienhaus bis hin zum Feuer in einer wissenschaftlichen Fakultät wurden besprochen. Auch technische Geräte für die alternativen Taktiken wie Hochleistungslüfter, Löschlanzen und mobile Rauchverschlüsse wurden vorgestellt. »Ich kann kein Standardvorgehen für alle Einsätze präsentieren«, resümierte Pulm. »Aber nehmen Sie sich ein bisschen Zeit und benutzen sie den gesunden Menschenverstand«.

Von den Führungskräften gab es viele positive Rückmeldungen zu dem Vortrag und sicherlich werden die Einsatzleiter in Zukunft bei ihren Einsätzen über die eine oder andere Idee nachdenken und sie zur Vermeidung von weiteren Schäden umsetzen.

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