14. Oktober 2019, 20:23 Uhr

Solidarität mit jüdischer Gemeinde

14. Oktober 2019, 20:23 Uhr
Stephanie Becker-Bösch, Jan Weckler (2. v. r.) und Matthias Walther (r.) besuchen die Bad Nauheimer Synagoge und den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, Manfred de Vries. (Foto: prw)

Als klares Bekenntnis gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit verstehen Landrat Jan Weckler, Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch und Kreisbeigeordneter Matthias Walther ihren Besuch am Montag in der Bad Nauheimer Synagoge. »Uns ist besonders wichtig, nach dem Terrorangriff auf die Synagoge in Halle Solidarität zu zeigen und gleichzeitig zu bekräftigen, dass wir uns nicht auseinanderdividieren lassen. Wir stehen einmütig hinter der jüdischen Gemeinde und werden Antisemitismus nirgendwo dulden. Dass es jüdisches Leben in Deutschland nach dem Schrecken des Holocaust wieder gibt, verstehen wir als Geschenk und als Bereicherung. Jüdisches Leben in Deutschland ist ein wichtiger und unverzichtbarer Teil unserer Kultur und unserer Gesellschaft. Für uns ist es unerträglich, dass es Menschen gibt, die mit Waffengewalt dieses jüdische Leben in Deutschland beenden wollen. Dagegen müssen alle demokratischen Kräfte zusammenstehen«, sagte Weckler im Namen der Kreisspitze.

»Der Anschlag von Halle ist eine Schande für unser Land. Der Attentäter negiert alles, wofür wir stehen: Weltoffenheit, Toleranz und Demokratie. Deshalb müssen wir noch offensiver für unsere gemeinsamen Werte eintreten«, ergänzte Becker-Bösch. Sie, Weckler und Walther richten sich auch gegen gewaltsame Worte. Mit diesen nämlich würden gewaltsame Taten beginnen. Sorge bereite die zunehmende Verrohung der Sprache, insbesondere in den sozialen Medien. Hier sei die Gesellschaft als Ganzes gefordert.

Der Wetteraukreis versucht mit Veranstaltungen verschiedener Art, Aufklärungsarbeit zu leisten. Gedenkveranstaltungen anlässlich der Pogromnacht oder zum Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gehören genauso dazu wie die Unterstützung von Fahrten zu den Gedenkstätten ehemaliger Konzentrationslager. In diesem Jahr haben schon mehr als 1200 Schüler eine Gedenkstätte besucht, die an den nationalsozialistischen Terror erinnert. Aber offensichtlich müsse noch mehr gegen den zunehmenden Rechtsextremismus getan werden.

Manfred de Vries, Vorsitzender der etwa 300 Mitglieder zählenden jüdischen Gemeinde Bad Nauheim, sieht einen latenten Antisemitismus und Antiisraelismus sowohl im rechten als auch im linken politischen Spektrum. »Israel ist und bleibt unser sicherer Hafen.« Um jüdisches Leben in Deutschland nach dem Holocaust überhaupt möglich zu machen, brauche es Sicherheit. »Jeder Mensch sollte seinen Glauben in Sicherheit ausleben dürfen!«

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