30. August 2018, 20:22 Uhr

Sprudelhof: Gegenentwurf liegt vor

30. August 2018, 20:22 Uhr

Von Bernd Klühs , 1 Kommentar
Die Gegner des Hölzinger-Modells wollen den freien Blick auf den Sprudelhof bewahren und sprechen sich gegen eine Wohnbebauung an der Ludwigstraße aus.

Zum sogenannten Hölzinger-Modell für die Gestaltung des Sprudelhof-Umfelds liegt jetzt ein Gegenentwurf vor. Er stammt von der »Initiative für einen zügigen Thermenneubau ohne Reihenhausbebauung«. Die Gegner des vom Architekten Prof. Johannes P. Hölzinger und Stadtplanungschef Jürgen Patscha entwickelten Konzepts präzisieren darin ihre Standpunkte und nennen ihr Papier ebenfalls ein »städtebauliches Gesamtkonzept«. Oberstes Ziel müsse es sein, das von der Stadt auf ihrer Homepage gepriesene europaweit einzigartige Jugendstiljuwel Sprudelhof als »Wahrzeichen der Gesundheitsstadt« zu erhalten. »Das Hölzinger/Patscha-Konzept konterkariert hingegen dieses über Jahrzehnte aufgebaute und gepflegte Image in verantwortungsloser Weise«, heißt es in einer Presseerklärung der Initiativen-Sprecher Dr. Erik Meyer und Anne Schneider.

Parkdeck soll erweitert werden

In einem Punkt stimmt die Initiative mit den Vorstellungen von Hölzinger und Patscha überein, beim Thermenneubau mit Anbindung ans Badehaus 2. Ein neues Hotel schließt der Gegenentwurf nicht aus, zunächst müsse aber der Bedarf genau geprüft werden. Meyer und Schneider wollen das Hotel allerdings an der Usa platzieren. Dadurch gewinne die Stadt genügend Raum für ein attraktives Therme-Außenbecken.

Nicht weiter überraschend: Die Initiative fordert den Verzicht auf Wohnbebauung und Tiefgaragen. Um genügend Stellplätze zu schaffen, fordert sie eine ebenerdige und unterirdische Erweiterung des Sprudelhof-Parkdecks. Dafür liege seit geraumer Zeit ein Architektenentwurf vor. Die Stellplatzzahl könne um 120 auf gut 300 erhöht werden. Die etwa 85 Plätze an der Therme sollen erhalten bleiben. Der Parkdeckausbau koste lediglich 2,5 Millionen Euro, das Land sei bereit, die Hälfte zu tragen. Die von Hölzinger und Patscha geplanten »völlig überflüssigen« Tiefgaragen verschlängen dagegen etliche Millionen mehr, es entstehe aber kaum ein zusätzlicher Parkplatz. Um diese teuren Tiefgaragen zu finanzieren, wolle die Stadt die Grundstücke an der Ludwigstraße für die Wohnbebauung verkaufen.

Was die Gestaltung des Sprudelhof-Umfelds angeht, schlagen Meyer, Schneider und ihre Mitstreiter vor, den Kurpark bis an die Ludwigstraße heranzuziehen. Von Laubengängen, Rosengittern, Pavillons, Grün- und Blühinseln, geschwungenen Wegen, Ruhebänken und Baumpflanzungen ist in diesem Zusammenhang die Rede. Grundlage dieser Neugestaltung soll ein Wettbewerb für Gartenbauarchitekten sein.

Schwerpunkt des Engagements der Initiative bleibt es aber, die Umsetzung des Hölzinger-Modells zu verhindern. Das soll unter anderem mit der Sammlung von Unterschriften für die Petition »Rettet den Sprudelhof« geschehen. Nach Angaben von Meyer kamen kürzlich an einem Infostand 400 Unterzeichner hinzu. Die Gesamtzahl gibt er aktuell mit 3200 an. Außerdem plant die Initiative für Samstag, 15. September (10 bis 16 Uhr), einen »Demo-Treff mit Visualisierung« auf der Grünfläche in Höhe Ludwigstraße 15. Es soll demonstriert werden, wie die von Hölzinger geplante Wohnbebauung wirkt.

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