23. Oktober 2018, 22:03 Uhr

Sprudelhofkonzept: Scharfe Kritik an Grünen

23. Oktober 2018, 22:03 Uhr
Nein zu Erweiterung: Das Parkdeck kann laut BI »pro Gesamtkonzept Sprudelhof« nicht ausgebaut werden. (Foto: WZ-Archiv)

Mit deutlicher Kritik hat die Bürgerinitiative »pro Gesamtkonzept Sprudelhof« auf den Beschluss der Grünen reagiert, sich vom sogenannten Hölzinger-Modell zu verabschieden. Wie berichtet, lehnt die Ökopartei die im städtebaulichen Gesamtkonzept enthaltene Wohnbebauung als erste Bad Nauheimer Partei endgültig ab, weil sie das Gelände rund ums »Juwel Sprudelhof« unverändert lassen möchte. Setzen sich die Grünen damit durch, wäre auch der Tiefgaragenbau nicht zu realisieren. Laut Fraktionschefin Claudia Kutschker soll stattdessen geprüft werden, ob das Parkdeck Sprudelhof erweitert werden kann.

Nach Ansicht von Klaus Ritt, Sprecher der BI »pro Gesamtkonzept Sprudelhof«, hat die Ökopartei den Bezug zu einer seriösen politischen Diskussion aufgegeben. »Die Grünen übernehmen Scheinargumente und Märchen der selbst ernannten ›Retter des Sprudelhofs‹ eins zu eins«, betont Ritt. Der Wahlslogan der Landes-Grünen »Haltung statt Populismus« gelte offenbar nicht für den Bad Nauheimer Stadtverband, der taktiere, um politische Vorteile zu gewinnen.

Laut Ritt kopieren die Grünen beispielsweise die Forderung der Anti-Wohnungsbau-Initiative nach einer Erweiterung des Parkdecks Sprudelhof, um das Stellplatzproblem im Umfeld des Sprudelhofs zu lösen. Allerdings habe der Präsident des Landesamtes für Denkmalschutz, Dr. Markus Harzenetter, das Parkdeck bereits in seiner jetzigen Form als »städtebauliche Fehlentwicklung« bezeichnet. Einen Ausbau lehne er ab.

Völlig unverständlich ist aus Sicht des BI-Sprechers, wenn Grünen-Fraktionsvorsitzende Kutschker von einer »städtebaulich herausragenden Grünfläche« entlang der Ludwigstraße spricht. Es handele sich um einen ganz gewöhnlichen Grünstreifen, der nach dem Modell des Architekten Prof. Johannes P. Hölzinger durch für den Bürger attraktive und nutzbare Grünflächen ersetzt werden soll. Auch die von den Grünen erwähnte »historische Sichtachse« auf den Sprudelhof gebe es nicht. »Die einzige, die stets bedeutsam sein wird, ist die Sichtachse in ost-westlicher Richtung vom Bahnhof über den Sprudelhof bis zum Johannisberg«, erklärt Ritt. Diese Sichtachse würde von einer Wohnbebauung nicht beeinträchtigt.

Die BI erhofft sich von den übrigen Parteien eine »differenziertere Betrachtung und Meinungsbildung« in Sachen Gesamtkonzept Sprudelhof. Teile der Grünen-Fraktion hatten dagegen bereits beim Grundsatzbeschluss pro Hölzinger-Konzept im Januar mit Nein gestimmt. Als Begründung war damals allerdings nicht die Wohnbebauung angeführt worden. Vielmehr ging es um mögliche finanzielle Risiken für die Stadt durch die Umsetzung des Gesamtkonzepts.

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