31. Oktober 2019, 21:28 Uhr

»Steuermann« verlässt die Sparkasse

31. Oktober 2019, 21:28 Uhr
Die Landräte Jan Weckler (l.) und Manfred Görig (r.) haben ihrem »Steuermann« Günter Sedlak ein Erinnerungsfoto vom Sparkassentag in Hamburg geschenkt. (Foto: pm)

Nach 25 Jahren im Vorstand und 15 Jahren als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberhessen ist Günter Sedlak nun während einer kleinen Feierstunde in Friedberg verabschiedet worden. Die Nachfolge tritt der gebürtige Bochumer Frank Dehnke im Januar an. Bis dahin übernimmt Sedlaks Stellvertreter Thomas Falk die Funktion.

Bis zum letzten Arbeitstag sei Günter Sedlak mit vollem Einsatz für den Finanzdienstleister aktiv gewesen, lobten die Landräte Jan Weckler (Wetteraukreis) und Manfred Görig (Vogelsbergkreis) für den Verwaltungsrat. »Sie hinterlassen uns ein seit Jahren erfolgreiches Haus - und dafür sind wir Ihnen alle sehr dankbar«, sagte Weckler.

Das Berufsleben von Günter Sedlak startete bereits im Alter von 16 Jahren mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Weilburg. Nach einer Weiterbildung als Sparkassenbetriebswirt wechselte er im Alter von 33 Jahren zur Nassauischen Sparkasse, wo er rund fünf Jahre lang als Geschäftsbereichsleiter für Privatkunden wirkte. 1994 kam das Angebot aus der Wetterau, bei der hiesigen Sparkasse neuer Vertriebsvorstand zu werden.

Sedlak, inzwischen Vater von zwei Töchtern, zog gemeinsam mit seiner Frau nach Echzell. Bereits nach fünf Jahren stieg er zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden auf und übernahm den Posten schließlich weitere fünf Jahre später, am 1. November 2004 im Alter von 48 Jahren.

Meilensteine in Sedlaks Wirken seien die erfolgreiche Fusion mit der damaligen Sparkasse Vogelsbergkreis zur heutigen Sparkasse Oberhessen gewesen, die Bewältigung der Finanzmarktkrise mit all ihren Regulierungsauflagen, die stete Weiterentwicklung des Hauses hinsichtlich der fortschreitenden Digitalisierung sowie die vielen Projekte und Ideen für die Auszubildenden, wie zum Beispiel ein Spielplatzbau in Hirzenhain, zählte Weckler auf.

Vogelsberg-Landrat Görig sagte, die Sparkasse stehe heute gut da, was sich sowohl in der Bilanz als auch in den Statistiken des Sparkassen-Verbandes spiegele. Sedlak sei es gelungen, dass die Bank als »regionaler Kümmerer« auf sehr vielen Ebenen einen spürbaren Beitrag geleistet habe, den Vogelsberg und die Wetterau weiterzuentwickeln. Beispielhaft hierfür stünden unter anderem die Teilnahme an großen Festen wie dem Hessentag in Butzbach und der Landesgartenschau in Bad Nauheim, der Oberhessen-Challenge-Lauf in Nidda, die vielen Konzerte der Neuen Philharmonie in Friedberg und Alsfeld, die Etablierung der Lesereihen sowie der Aufbau der eigenen Kabarettreihe. »Vogelsberger Gipfel«.

Thomas Falk, der als stellvertretender Vorstandsvorsitzender ebenfalls als Redner auftrat, berichtete über seinen langjährigen Kollegen, dass es insbesondere der enorme persönliche Einsatz- und Leistungswille gewesen sei, mit dem Sedlak der Sparkasse zum Erfolg verholfen habe. Er sei über seinen zahlreiche Mandate innerhalb der Sparkassen-Familie bestens vernetzt gewesen. Auch als Dozent bei der Sparkassenakademie Hessen-Thüringen habe Sedlak Erfahrungen gesammelt, neue Ideen entwickelt, diese mit Bedacht reflektiert, »um sie dann für die Sparkasse Oberhessen neu und bestmöglich zu positionieren und einzubringen - und das mit großem Erfolg«.

Doch gab es in den letzten Jahren auch turbulente Tage für Sedlak: Nachdem bekannt wurde, dass ein leitender Angestellter die Sparkasse in gut zehn Jahren durch Insider-Kenntnisse und unter Aushebelung des Vieraugenprinzips um fast neun Millionen Euro betrogen hatte, wurden dem Vorstandsvorsitzenden viele kritische Fragen gestellt. Sedlak gab später an, er sei persönlich enttäuscht von dem früheren Kollegen, mit dem er ein gutes Verhältnis gepflegt habe. Der Fall habe die Bank in ihren Grundfesten erschüttert. »Es bleiben Narben.«

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