26. April 2019, 20:12 Uhr

Störrischer Storch

26. April 2019, 20:12 Uhr
Kurz zuvor noch verletzt, ist dieser Storch aufgepäppelt worden. Bald nach seiner Freilassung versucht er, ein Nest zu bauen – das bringt Probleme. (Foto: Storchenstation Wabern)

Mit der Rückkehr der Störche beginnt für die Stromversorger der Stress. Die Tiere bauen ihre Nester gerne auf hohe Bäume und extra gestellte Masten, aber ebenso auf Strommasten. Das gefährdet nicht nur die Stromversorgung, sondern auch die Tiere selbst. Von einem besonders störrischen Storch berichtet der Vorsitzende des BUND in Rockenberg, Jürgen Hutfiels.

Am 6. März erreichte ihn der Anruf eines besorgten Bürgers: Ein offenbar verletzter Storch befinde sich in den Wiesen am Ortsrand. Hutfiels fand dort einen angeschlagenen Storch im Gebüsch. Das Tier wurde über das Tierheim Rödgen zur Uni-Klinik Gießen gebracht. Dort stellte man Prellungen, Abschürfungen und Benommenheit fest. Von Gießen aus fand der Storch Aufnahme in der Storchenauffangstation in Wabern. 14 Tage lang wurde das Tier aufgepäppelt – und am 22. März wieder in die Freiheit entlassen.

Zwischenzeitlich hatte Hutfiels den Betreuer von Störchen in der Wetterau, Udo Seum, informiert. Dieser brachte anhand der Ringnummer in Erfahrung, dass das Tier 2012 in Südwürttemberg geboren worden war und in den vergangenen drei Jahren auf einem Horst in Rockenberg gebrütet hatte. Seums Beobachtungen bestätigten, dass der Storch am 1. April wieder in Rockenberg angekommen war. Das Tier hatte auch seinen bisherigen bzw. einen neuen Partner dabei. Nun war ihr altes Nest aber zwischenzeitlich von einem anderen Paar besetzt worden. Nach einigen Kämpfen gaben die alten Störche auf und begannen, auf einem nahen Überleitungsmast der Ovag ein Nest zu bauen. Das war aus Sicherheitsgründen keine gute Idee: Das Nest musste entfernt werden.

Dies war für das Paar aber noch lange kein Grund, den Nestbau aufzugeben. Auf einem 100 Meter entfernten Stahlmast begannen die beiden wiederum, sich ein Heim anzulegen. Doch auch das konnte die Ovag nicht zulassen – auch dieses Nest wurde abgeräumt und auch dieser Mast gesichert.

Ein letzter Versuch

BUND-Vorsitzender Hutfiels stimmte mit Bürgermeister Manfred Wetz und der Ovag ab, dass mithilfe eines Hubwagens und von Gemeindearbeitern eine 30 Meter entfernte Fichte um vier Meter eingekürzt wurde. Dadurch entstand ein Plateau, das den Störchen eine Grundlage für ein neues Nest bieten sollte. Dieses Angebot nahmen die Tiere jedoch nicht an. Stattdessen bauten sie ein drittes Nest auf einem Strommast.

Am Montag nun wurde auch dieses Nest entfernt. Die Storchenhelfer unternahmen einen letzten Versuch: Sie brachten auf der gekappten Fichte eine Holzpalette auf und legten darauf die Restbestände des letzten Nestes. Nun ist es an den Störchen...

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