Wetterau

Tag ruhig ausklingen lassen

Das Abendlob an die Stelle eines regulären Sonntagsgottesdienstes zu setzen, ist inzwischen zu einer liebgewonnenen Tradition in der evangelischen Kirche in Rodheim geworden.
19. Oktober 2018, 20:12 Uhr
Redaktion
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Michael Fischer (l.) und Michael Schösser gestalten das Abendlob musikalisch.

Das Abendlob an die Stelle eines regulären Sonntagsgottesdienstes zu setzen, ist inzwischen zu einer liebgewonnenen Tradition in der evangelischen Kirche in Rodheim geworden.

Die Ausrichtung eines Gottesdienstes nach der Tageszeit hat in den Stundengebeten der mittelalterlichen Klöster eine alte Geschichte. Für die christliche Kirche beider Konfessionen bedeutet das Abendlob inzwischen auch die Suche nach einer neuen Form des Gottesdienstes, um den Bedürfnissen des heutigen Menschen entgegenzukommen. Geistliche Chormusik und spirituelle Texte aus Bibel und Literatur lassen den Tag in innerer Ruhe ausklingen. Die Besucher folgen besänftigenden, Hoffnung spendenden Texten und Gebeten, sie tauchen ein in den Klang einer bewegenden, tröstenden Musik. Das so dargebotene Gotteslob soll den Menschen einbeziehen ins Glaubenserlebnis.

In diesem Sinne konzipiert war auch das Abendlob am vergangenen Sonntag in der evangelischen Kirche in Rodheim. Christine Seim gestaltete den Gottesdienst durch eine feinfühlige Auswahl von lyrischen Texten und Gebeten, Hannelore Hartenstein leitete in bewährter Weise den Kirchenchor, unterstützt von Michael Fischer am E-Piano und Michael Schösser am Saxofon.

Eröffnet wurde der Gottesdienst durch die Lesung des Psalms 139, der den Menschen auf seinem Weg ins ewige Leben unter der liebenden Führung Gottes sieht. Elf musikalische Beiträge zum Thema »Abend und Tod«, zum Teil von Chor und Gemeinde gemeinsam gesungen, strukturierten den Ablauf des Gottesdienstes. Anstelle der Predigt sprachen Chormitglieder kurze Texte, unter anderem das Gedicht »Keine Zeit« von Thomas Zenetti, das ein erfülltes Aufgehen des Menschen in der göttlichen Schöpfung jenseits von Hetze und Leistungsdruck zum Thema hat. Den musikalischen Rahmen schlossen Chor und Gemeinde durch das gemeinsame Singen der vertrauten Lieder »Nun ruhen alle Wälder« und »Der Mond ist aufgegangen« sowie Fischer und Schösser mit einem Nachspiel im Duett. (Foto: pv)

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