14. Juni 2018, 18:16 Uhr

Theaterstück über Gräuel des Nazi-Regimes

14. Juni 2018, 18:16 Uhr
Die Theatergruppe zeigt das Stück »Über das Leben – oder meine Geburtstage mit dem Führer«. (Foto: pv)

Eine Blockflöte und eine Milchkanne – das ist noch übrig aus ihrer Vergangenheit. Die alte Anni holt beides aus einem großen braunen Koffer, mitten aus einem großen Koffer-Berg, der das Bühnenbild ist. Wie sich das Leben in einem totalitären Staat verändert, ist Inhalt des Stückes »Über das Leben – oder meine Geburtstage mit dem Führer«. Es basiert auf Erzählungen von Zeitzeugen, die das Konzentrationslager Ravensbrück überlebt haben. Dieser Tage brachte die Theatergruppe »Theaterspiel« das beeindruckende Stück vor rund 200 Limesschülern in der Altenstadthalle zur Aufführung.

In 65 Minuten erzählte die Hauptfigur Anni die Geschichte ihrer gleichnamigen Großmutter, die zur Zeit des Nationalsozialismus heranwuchs und am gleichen Tag Geburtstag hatte wie der »Führer« Adolf Hitler. Das Publikum erlebte die Geburtstage der Hauptdarstellerin beginnend mit deren achten im Jahr 1932 bis zum Ende des Dritten Reiches im Jahr 1945 mit. Anfangs durch eine naive Unbekümmertheit geprägt, erlebt die heranwachsende Anni, wie ihr Leben und das ihrer Eltern, Freunde und Nachbarn immer mehr durch den Terror des Nationalsozialismus beherrscht wird. Die anfängliche Begeisterung, verkörpert durch Annis Freund Hansi, weicht schnell einer auch durch Annis Eltern hervorgerufenen Ablehnung, die dann schließlich im aktiven Widerstand mündet. »Freiheit soll man nicht flüstern, sondern laut rufen, sodass alle es hören können«, sagt Anni zum Schluss.

Auf beeindruckende Weise gelang es den Schauspielern, das junge Publikum zum Nachdenken anzuregen und für die dunklen Zeiten der deutschen Geschichte zu sensibilisieren. »Das Stück ist deshalb so gelungen, weil es das Thema Nationalsozialismus aus einer ganz anderen, persönlicheren Perspektive zeigt. Das macht es ansprechend und regt dazu an, sich mit dem Thema zu befassen«, zog die 17-jährige Maren Sulzmann Bilanz.

Im Anschluss an das Schauspiel stellten sich die Schauspieler den Fragen der Schüler. Es wurden einzelne Szenen besprochen, Entscheidungen der Protagonisten diskutiert, Fragen beantwortet und das Geschehen geschichtlich in ein Gesamtbild eingeordnet. Finanziert hatte die Vorstellung der Verein »Demokratie leben«.

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