04. August 2019, 06:00 Uhr

Hunde in der Hitze

Tipps für Hundebesitzer: Abkühlung und leichte Kost

So schön der Sommer auch ist - für Haustiere kann die Hitze ganz schön anstrengend sein. Hundetrainerin Ingeborg Arnold aus Dorn-Assenheim hat acht Tipps, wie Hunde die Sommertage gut überstehen.
04. August 2019, 06:00 Uhr
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Aus der Redaktion
Mit einer kurzen Dusche kühlt Hundetrainerin Ingeborg Arnold ihre Hündin Fenja an heißen Tagen ab. (Fotos: Nici Merz)

Nicht nur Menschen machen hohe Temperaturen zu schaffen, auch Tiere sind hitzeempfindlich. Hundetrainerin Ingeborg Arnold aus Dorn-Assenheim weiß, wie Hundebesitzer ihre Tiere schützen und es ihnen an heißen Tagen so angenehm wie möglich machen:

Gassi gehen

Legen Sie Ihre Gassi-Zeiten auf den frühen Morgen - gegen sieben Uhr morgens. Bei ganz großer Hitze sollten Sie nur etwa eine halbe Stunde unterwegs sein. Sie können Ihren Hund auch mit kleinen Bringspielen oder Suchspielen auf sich konzentrieren. So macht der morgendliche Spaziergang Spaß. Dasselbe gilt für abends: Gehen Sie erst gegen 22 Uhr raus. Sollten Sie Ihren Hund doch zwischendurch Gassi führen, achten Sie darauf, dass der Asphalt nicht zu heiß ist. Machen sie eine Probe mit dem Handrücken. Sonst gibt es Verbrennungen an den Pfoten, das kommt oft vor. Der Asphalt wird oft bis zu 60 Grad Celsius heiß. Gehen Sie lieber auf Wegen mit Rasen. Verbrennungen können für den Hund sehr schmerzhaft sein, und der Heilungsprozess dauert sehr lang.

Trinken

Nehmen Sie beim Gassigehen Wasser für unterwegs mit. Ihr Hund hat genau wie Sie einen größeren Wasserbedarf bei Hitze und Anstrengungen - er braucht somit viel mehr Flüssigkeit. Geben Sie Ihrem Liebling auch tagsüber immer wieder neues kaltes Wasser aus der Wasserleitung. Das veranlasst ihn, mehr zu trinken.

Fressen

Füttern Sie Ihren Hund zwei- bis dreimal am Tag mit kleineren Mengen. So ist der Magen nicht überlastet. Der Hund braucht aber nicht mehr Futter als sonst. Sein Körper läuft auf Sparflamme - er würde sonst an Gewicht zunehmen.

Autofahren

Wenn Ihr Hund vielleicht auch sonst immer mitfahren darf - im Sommer sollte er das nicht. Das Tier ist zu Hause besser aufgehoben. Auch wenn Sie im Schatten parken, gilt: Lassen Sie Ihren Hund nie in einem parkenden Auto zurück. Vielleicht werden Sie ungewollt aufgehalten und aus fünf Minuten wird eine Viertelstunde oder mehr. An einem Tag mit 25 Grad Außentemperatur beträgt die Temperatur in einem schattigen Auto 32 Grad, während ein Auto, das in der Sonne steht, nach wenigen Minuten 70 Grad Innentemperatur erreichen kann. Tiere können in nur 15 Minuten einem Hitzschlag erliegen. Abkühlen kann sich der Hund nur über die Pfoten und über das Hecheln, somit wird das Auto zu einer Todesfalle.

Bienen und Wespen

Flöhe, Zecken und Milben sind keine guten Partner für Hunde. In den blühenden Wiesen lauert durch sie Gefahr. Die meisten Hunde können nicht widerstehen, Wespen oder Bienen ins Maul zu nehmen, sie zu zerkauen und zu schlucken. Hat ihr Hund eine unerkannte Allergie, zählt jede Minute. Sie sollten immer die Telefonnummer Ihres Tierarztes bei sich tragen; auch die Adresse der nächsten Tierklinik. Der Tierarzt kann für den Notfall Medikamente zur Soforthilfe verschreiben. Trotzdem muss der Hund sofort zum Arzt - es besteht Erstickungsgefahr.

Wasserspiele

Wer einen Garten hat, ist im Vorteil. Wasserspiele in einem kleineren Planschbecken bringen Spaß und Abkühlung für den Vierbeiner. Der Hund kann Bälle aus dem Wasser holen oder einfach nur darin herumtollen. Doch auch hier gilt: nicht übertreiben. Lieber fünf Minuten Spaß, mehrmals am Tag. Sie können den Hund auch kurz abduschen. Verzichten Sie allerdings auf die Dusche, wenn Ihr Hund stark hechelt oder überhitzt ist. Wichtig ist, ihn danach abzutrocknen. Wenn er sich nass auf kalte Bodenplatten legt, lauern Blasenentzündungen, und auch die Nieren können Schaden erleiden. Überlassen Sie den Hund nie sich selbst. Vermeiden Sie, dass er sich in die direkte Sonne legt, um einem Hitzschlag vorzubeugen.

Baden im See

Abkühlung verspricht auch das Baden im See. Jedoch sollten Sie darauf achten, dass das Wasser sauber, ohne Algen, nicht grünlich verfärbt ist und sich auf der Oberfläche keine Blasen bilden. Möglichst sollte der See frei von Wasserschlingpflanzen sein und das Wasser nicht zu kalt. Auch hier sollten Sie den Hund nicht zu lange im Wasser lassen und ihn stets nach dem Schwimmen abtrocknen. So macht das Baden Spaß: Lassen Sie ihn Bällchen bringen, jedoch keinen Stock oder ähnliches - das bringt Verletzungsgefahren. Achten Sie unbedingt auf den Uferbereich - oft kommt es leider vor, dass Einweggrills und Essensreste zurückgelassen werden, die weitere Gefahren mit sich bringen.

Spaziergang im Wald (Freilauf)

Der Wald ist eine gute Gegend für längere Spaziergänge im heißen Sommer. Dort kann es bis zu 20 Grad kühler sein als im offenen Feld. Dort wird der Hund an der Leine geführt, um kein Wild zu stören, aber auch zur Tollwutprävention. Erkundigen Sie sich zudem bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung, ob und wann Brut- und Setzzeit ist oder ob Fälle von Tollwut bekannt sind. Aber Achtung: Im Wald haben Zecken ihr Revier. Suchen Sie Ihren Hund nach dem Spaziergang unbedingt ab. Ist er dafür empfänglich, sprechen Sie vorab mit Ihrem Tierarzt.



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