25. Juni 2019, 20:07 Uhr

Heiße Tage

Tipps für Wasserspaß und Hitzetipps in der Wetterau

Der Sommer ist da und mit ihm die große Hitze. Experten aus der Wetterau erklären, was man bei der Hitze beachten sollte und warum ein spontaner Sprung ins Wasser nicht zu empfehlen ist.
25. Juni 2019, 20:07 Uhr
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Von Nici Merz
»Mittwoch könnten wir dann mit dem Juni 2018 gleichziehen« - Betriebsleiter und Schwimmmeister Sascha Rieck rechnet auch für den heutigen Hitzetag mit zahlreichen Besuchern im Usa-Wellenbad. Im gesamten Juni 2018 sind es 21 000 Besucher gewesen, im Juni 2019 bisher 17 000. (Foto: Nici Merz)

»Behutsam abkühlen«, empfiehlt der Betriebsleiter des Usa-Wellenbades, Sascha Rieck, den Badegästen im Schwimmbad. Aufgeheizt nach einem Sonnenbad sollte man nicht direkt ins kühle Nass springen, da dies den Kreislauf stark belasten könne. »Erst einmal unter die Dusche, langsam wieder runterkühlen und danach ins Wasser«, rät Rieck. Nach dem Sonnenbad sollten Badegäste auch immer wieder Schattenplätze aufsuchen. Neben den schattigen Liegewiesenbereichen unter Bäumen habe man hierfür zusätzlich Sonnenschirme aufgestellt. Und: Auch im Schatten sollten Besucher viel trinken.

Mit den Temperaturen steigen auch die Besucherzahlen in den Freibädern. »Wir sind kurz davor, die Besucherzahlen des Juni 2018 zu knacken«, erläutert Rieck. Kamen im starken Juni 2018 insgesamt 21 000 Badegäste, verzeichnet das Usa-Wellenbad aktuell bereits 17 000 Besucher. »Mittwoch könnten wir dann mit dem Juni 2018 gleichziehen.« Für den restlichen Juni sind die Wetterprognosen sehr aussichtsreich, was auch die Besucher des Festivals »Sparkling Vibes« am Samstag erfreuen dürfte. »Das kommt uns natürlich zugute«, sagt Rieck. »Nicht nur für die Aktionen und Spiele im Wasser, sondern auch für das Bühnenprogramm am Abend.«

Das Hauptaugenmerk im Schwimmbad liege auf der Wasseraufsicht. Trotzdem bittet Rieck zu beachten, dass die Aufsichtspflicht der Eltern nicht an der Schwimmbadkasse ende. »Die Hauptverantwortung bleibt immer bei den Eltern.« Einzelbetreuungen, insbesondere auch bei Nichtschwimmern, könnten nicht vom Schwimmbad-Team übernommen werden.

Kneipp-Tipps

Doch nicht nur der Aufenthalt im Wasser spielt bei der Hitze eine große Rolle, sondern auch die Aufnahme von Wasser. Dazu und zu anderen Aspekten der Gesundheit hat der Bad Nauheimer Internist und Badearzt Dr. Lutz Ehnert einige Ratschläge. So liege die allgemein empfohlene Trinkmenge am Tag bei 1,5 Litern. Während der wärmeren und heißen Tage sollte man diese Menge steigern. »Lauwarmer Tee, Minze am Morgen oder Säfte und Kaltschalen mit Früchten« sind laut Ehnert zu empfehlen. Die Getränke dürften nicht zu kalt sein, sondern wohltemperiert. Und: »Keine Alkoholika!« An heißen Tagen sollte man auf schwer verdauliche, fettreiche und üppige Mahlzeiten verzichten. Leichte Kost, mediterran, lautet hier die Empfehlung.

Wer es einrichten könne, sollte seinen Tagesablauf umstellen, rät Ehnert. Die südlichen Länder machen dies vor. Tätigkeiten lassen sich bis um 11 Uhr vormittags besser bewältigen, dann wieder in den Abendstunden. Dazwischen sollte man Pausen einlegen, bei höheren Temperaturen die Sonne meiden. Für leichten Sport würden frühe und abendliche Stunden empfohlen. Wie die Kneipp-Säulen Lebensordnung, Ernährung oder Bewegung helfe bei hohen Temperaturen auch die Kneipp-Säule Wasser mit entsprechenden Anwendungen, sagt der Vorsitzende des örtlichen Kneipp-Vereins. Diese wirkten oberhalb des Bauchnabels belebend und unterhalb entspannend. Armbäder, kalte Waschungen (zwölf Grad) von Brust und Armen seien daher am Morgen zu empfehlen, Wassertreten nach Kneipp ab 19 Uhr. Da sich die meisten Thermorezeptoren des Menschen im Gesicht befänden, seien auch hier Kaltwaschungen empfehlenswert.

DIe Hitze und das Eis

»Morgens und abends gut durchlüften, dazwischen Lichteinflüsse verdunkeln«, lautet eine weiterer Tipp. Man sollte sich möglichst in die kühlsten Räume des Hauses zurückziehen. Sitzende Tätigkeiten, etwa im Büro, sollte man nicht in Zugluft ausüben. Nach Schwitzen und Zugluft sei schnell eine Erkältung oder Heiserkeit vorprogrammiert.

Erfrischend ist ein Eis in den Eisdielen der Stadt. Heißere Tage versprechen aber nicht unbedingt mehr Kunden, wie seitens des Bad Nauheimer Eiscafés »Gelat One« erklärt wird. Die These: Steigen die Temperaturen stark an, bleiben Sitzplätze in der prallen Sonne auch schon mal leer, weil viele einen Spaziergang in der Hitze meiden. Angenehme warme Temperaturen seien allgemein besser fürs Geschäft.

Technik zum Abkühlen

Ventilatoren sind beim Verbraucher derzeit heiß begehrt. Wobei der Trend immer mehr Richtung Klimaanlage geht, wie der Bad Nauheimer Toom-Markt-Leiter Stephan Schneider weiß. »Das hat sich schon während der langen Sommerperiode 2018 gezeigt.« Der Kunde investiere mittlerweile gerne mehr für ein Klimagerät, das die Temperatur herunterkühle. Auch die kleineren Geräte fänden aber wieder reißenden Absatz. Eine größere Nachfrage sei seit den wärmeren Tagen spürbar. »Es ging genauso los wie im Vorjahr. Tisch- und Standventilatoren sind gut abverkauft«, sagt Schneider. Im Toom-Baumarkt werde es noch einen Nachschub an Geräten geben.



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