23. Mai 2017, 20:21 Uhr

Über die Angst vor dem Sterben

23. Mai 2017, 20:21 Uhr
Avatar_neutral
Aus der Redaktion
Schülerinnen stellen die Rechtslage zur Tötung auf Verlangen mit Europakarte und Halmakegeln dar. (Foto: pv)

»Wie stelle ich mir mein eigenes Sterben vor?« »Was ist eigentlich Sterbehilfe?« Dies waren zentrale Fragen im Religionsunterricht an den Beruflichen Schulen am Gradierwerk. Zusammen mit ihrer Lehrerin Dr. Anja Stöbener gingen eine Klasse 12 der Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung sowie zwei zahnmedizinische Fachklassen diesen Fragen intensiv nach. Wie das enorme Interesse der Jugendlichen gezeigt hat, bewegt das Thema auch junge Menschen in hohem Maße.

Ein besonderer Schwerpunkt lag in der Aufklärung über Palliativversorgung am Lebensende. War ein Großteil der Schülerinnen und Schüler noch zu Beginn der Unterrichtseinheit der Meinung, am Lebensende lieber »kurzen Prozess« zu machen und aktive Sterbehilfe zu befürworten, so waren die Stimmen nach dem Befassen mit dem Thema Palliativversorgung wesentlich besonnener und differenzierter – oder wie es eine Schülerin ausdrückte: »Wenn man weiß, was alles noch möglich ist, hilft einem das, Ängste vor dem Sterben abzubauen.«

Der Unterricht wurde bunt und abwechslungsreich gestaltet, und bei aller Ernsthaftigkeit war die Atmosphäre nie gedrückt. »Das wird bestimmt ein trauriges Thema« – die von einem Schüler zu Beginn der Reihe geäußerte Befürchtung löste sich spätestens dann in Luft auf, als kreative Elemente wie die Erstellung einer Palliativpyramide oder der Einsatz der Filmclips »Sarggeschichten« bei Youtube im Unterricht umgesetzt beziehungsweise eingesetzt wurden. Ganz konkrete Unterstützung der Reihe kam vonseiten der Deutschen Palliativstiftung (DPS) in Fulda und deren Materialpaket »Am Start das Ziel im Blick haben«, das im vergangenen Jahr von Dr. Thomas Sitte als Vorsitzenden der DPS und Dr. Anja Stöbener als ehrenamtlicher pädagogischer Mitarbeiterin entwickelt und nun erprobt wurde. Ziel des Materialpaketes ist es, Lehrende zu unterstützen, mit ihren Schülerinnen und Schülern über das Thema ins Gespräch zu kommen und durch Bilder, Sachtexte, Lückentexte, Erfahrungsberichte, Interviews, Meinungen, Standpunkte, Rätsel, Spiele und anderes mehr vielfältige Zugänge und Anregungen zu bieten, die je nach Schulstufe ganz unterschiedlich eingesetzt werden können. Interessierte Lehrer des Landes Hessen können das mit Mitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration geförderte Material kostenlos gegen eine Versandkostenpauschale unter www.palliativstiftung.de bestellen.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos