08. März 2019, 14:09 Uhr

Ortseinfahrt

Unfallschwerpunkt in Steinfurth gibt Rätsel auf

Warum ist die Ortseinfahrt von Steinfurth zum Unfallschwerpunkt geworden? Diese Frage soll eine Gefahrenanalyse beantworten. Nun wurden erste Schilder aufgestellt.
08. März 2019, 14:09 Uhr
»Achtung, Schleudergefahr!« Seit kurzem wird vor zu rasantem Fahren am Ortseingang von Steinfurth und in der Gegenrichtung gewarnt. Einige Verkehrsteilnehmer sind vor dem Ortsschild und der Verkehrsinsel zu schnell unterwegs. (Foto: Nici Merz)

Eine Schwerverletzte und erheblichen Sachschaden hat es bei der Unfallserie auf der Bad Nauheimer Straße in Steinfurth gegeben. Viel Glück hatte etwa ein Mercedes-Fahrer, der am 2. Februar in Höhe des Ortsausgangs (Richtung Kernstadt) von der Landesstraße 3134 abgekommen war. Das Auto prallte gegen einen Baum, überschlug sich und blieb im Gleisbett stehen. Totalschaden, doch der Fahrer entstieg dem Wrack ohne größere Blessuren.

Etwa vier Wochen zuvor war ein Wagen abseits der Straße gegen einen Telekom-Verteilerkasten geprallt. Die Folge: Im Mörler Grund mussten Anwohner tagelang auf Internet und Telefon verzichten. Der jüngste Vorfall ereignete sich am Sonntag: Ein Opel kollidierte mit einem Laternenmast, die Fahrerin zog sich schwere Verletzungen zu. 3 von 13 Unfällen, die sich laut Erstem Stadtrat Peter Krank seit Anfang November auf diesem Teilstück der L 3134 ereignet haben.

 

Forderung: Tempo 70 wieder einführen

Die Bewohner des Stadtteils fordern die Behörden zum Handeln auf, auch wenn sie sich keinen rechten Reim auf die vielen Unfälle machen können. »Geschwindigkeit und Ablenkung (Handy etc.) mögen eine Rolle spielen«, sagt eine Steinfurtherin.

Sie ist fast täglich mit dem Rad auf dem Weg unterwegs, der parallel zur L 3134 verläuft und auch von vielen Fußgängern genutzt wird. »Es kam mehrfach fast zu Kollisionen, weil die Unfallautos den Radweg überquert haben.« Die Steinfurther fordern, Tempo 70 außerhalb der Ortschaft wieder einzuführen. Diese Geschwindigkeitsbeschränkung galt auf der Landesstraße früher schon mal, wurde dann aber abgeschafft. Außerdem schlagen die Bürger Leitplanken zwischen Straße und Radweg vor.

Nach Aussage von Erstem Stadtrat Krank wird die Bad Nauheimer Straße an dieser Stelle jetzt als Unfallschwerpunkt eingestuft. Auch nach einem Ortstermin, an dem Stadtverwaltung, Hessen Mobil und Polizei beteiligt waren, kann sich der Verkehrsdezernent den deutlichen Anstieg solcher Zwischenfälle in diesem Winterhalbjahr nicht erklären.

 

Sole als Problem?

»Diese Strecke ist unproblematisch, wenn sich die Fahrer an die Höchstgeschwindigkeit halten.« Fast alle Unfälle hätten sich innerorts ereignet – in beiden Fahrtrichtungen. Dort seien 50 km/h zulässig. Eine Rückkehr zu Tempo 70 außerhalb der Ortschaft hält Krank nicht für ein Allheilmittel. Die Entscheidung, das Schild abzubauen, hätten Hessen Mobil und Polizei getroffen, die Stadt habe daran Kritik geübt.

»Hessen Mobil wird in absehbarer Zeit die Ergebnisse einer Gefahrenanalyse vorlegen«, sagt der Erste Stadtrat. Sofort nach der Besprechung seien »Schleudergefahr«-Schilder an der Straße aufgestellt worden. Zudem hat Krank Tempomessgeräte aufstellen lassen, um zu ermitteln, wie schnell dort gefahren wird: Nur knapp 15 Prozent der Fahrer hätten die zugelassene Geschwindigkeit überschritten.

Bei einigen Unfällen war auf der Straße kurz zuvor präventiv ein Sole-Wasser-Gemisch gegen Glatteisbildung gesprüht worden. »Bislang handelt es sich um reine Spekulation, aber es soll trotzdem untersucht werden, ob die Fahrbahn durch den Sole-Einsatz schmieriger wird«, sagt der Verkehrsdezernent. Sollte sich diese Annahme als richtig erweisen, könnte im Bereich der problematischen Kurve der Straßenbelag abgefräst werden, um ihn griffiger zu machen. Auch die von Anwohnern vorgeschlagene Installation einer innerörtlichen Leitplanke zwischen L 3134 und Radweg wird geprüft.

 

Info

Ortsbeirat fordert zügige Lösung

Der Ortsbeirat von Steinfurth hat sich am Mittwochabend mit dem Unfallschwerpunkt am Ortseingang befasst und sieht dringenden Handlungsbedarf. »Es besteht Gefahr für Leib und Leben. Wenn dort bei einem Unfall gerade ein Fußgänger oder Radfahrer unterwegs ist, kann er tot sein«, sagte Ortsvorsteher Markus Philippi (UWG). Wie Katja Bohn-Schulz (UWG) ergänzte, nutzten viele Kinder den Radweg, um zur Grundschule zu kommen. »Die Stadt wird eine Lösung vorantreiben«, sagte Erster Stadtrat Peter Krank. Zunächst müsse aber das Ergebnis der Gefahrenanalyse von Hessen Mobil abgewartet werden. Während der Sitzung wurde auch die Installation eines stationären Blitzers vorgeschlagen. Da bislang in der gesamten Stadt auf solche Geräte verzichtet wird, hält Krank einen Blitzer für das »letzte Mittel«, falls es keine andere Lösung gebe.

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