14. Juli 2019, 18:11 Uhr

Versorgung bleibt schwierig

14. Juli 2019, 18:11 Uhr
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Aus der Redaktion

Vertreter der Wetterauer FDP haben sich in Bad Nauheim mit heimischen Medizinern zum Gedankenaustausch getroffen. Thema war unter anderem die Zukunft der hausärztlichen Versorgung, vor allem in ländlich geprägten Gebieten. Zu dem Gespräch trafen sich der Hessische Landtagsvizepräsident Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn, der für die FDP auch im Wetterauer Kreistag sitzt, und der Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion Peter Heidt. Zudem kamen die Fachärzte für Allgemeinmedizin Dr. Alexander Jakob, niedergelassen in Bad Nauheim, und Dr. Christian Haffner, der in der Wetteraun lebt und in Frankfurt arbeitet, vom Hausärzteverband.

»Wir sind uns einig, dass die ärztliche Versorgung in unserem Landkreis schwierig ist und schwierig bleiben wird«, sagte FDP-Politiker Hahn. Er unterstütze aber keine Eingriffe in die freie Ärztewahl. Sein Parteikollege Heidt stimmte zu und sagte: »Der Gesundheitsstandort Bad Nauheim ist eine Marke und soll es auch bleiben«.

Gesetzliche Regelung gefordert

»Es wird Gebiete geben, die mangelversorgt sein werden«, gab der Bad Nauheimer Arzt Jakob zu bedenken. Seit Jahren hätten die Hausärzte bundesweit mit den gleichen Problemen zu kämpfen: komplizierte, bürokratische Abrechnung mit den Krankenkassen, ein bis vor kurzem zu theoretisches Studium und die freie Ärztewahl. Haffner sprach sich für eine gesetzlich vorgeschriebene hausarztzentrierte Versorgung aus. »Der Patient sollte sich erst bei einem Facharzt vorstellen können, wenn er vorher seinen Hausarzt konsultiert hat und der das Aufsuchen eines Facharztes für medizinisch notwendig erachtet hat«, sagte er. Danach solle der Patient die freie Arztwahl in dem vom Hausarzt vorgegeben Fachgebiet haben.

Auch sprachen die vier über das Image des Hausarztes und über Risiken durch Arznei- und Heilmittelregresse für niedergelassene Ärzte. Letzteres schrecke vor allem junge Mediziner ab. Schon heute fänden viele Praxisinhaber im betagten Alter keiner geeigneten Nachfolger, wie die Gesprächspartner feststellten.

Für die Zukunft plant die FDP weitere Gespräche mit Ärzten und deren Organisationen. Man wolle dadurch Lösungen finden, die allen gerecht würden, hieß es.



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