12. Juli 2019, 20:23 Uhr

Versuchter Mord nach Partyende

Als versuchten Mord wertet die Staatsanwaltschaft Hanau die Tat eines Aschaffenburgers in Heldenbergen. Denn am Schluss einer Party kam es zu einem massiven Streit, in dessen Verlauf ein 20-Jähriger aus Nidderau von einem Auto mehrfach überrollt wurde. Wie durch ein Wunder erlitt er dabei nur leichte Verletzungen. Demnächst hat das Ganze ein juristisches Nachspiel.
12. Juli 2019, 20:23 Uhr
Nur Einfamilienhäuser stehen in der ruhigen Nebenstraße in Heldenbergen, wo sich die Tat Ende Mai ereignet hat. Der mutmaßliche Täter ist jetzt festgenommen worden, die Staatsanwaltschaft wird Anklage erheben. (Foto: jwn)

Der Vorfall ereignete sich Ende Mai in der Brentanostraße, einer gutbürgerlichen Straße mit vorwiegend Einzelhäusern im Nidderauer Ortsteil Heldenbergen. Bei einer feuchtfröhlichen Geburtstagsfeier soll es im Laufe des Abends zu einem Streit zwischen einem 23-jährigen Aschaffenburger, der zuletzt in Bruchköbel gewohnt haben soll, und anderen Gästen gekommen sein.

Kurz nach Mitternacht soll der 23-Jährige daraufhin die Party verlassen haben und trotz seines stark alkoholisierten Zustandes in sein Auto eingestiegen sein. Als das einige der Partygäste mitbekamen, stellten sie sich spontan hinter den Wagen des Mannes, um ihn am Fortfahren zu hindern.

Mit Vollgas losgerast

Lag es am Alkoholgehalt oder an der Wut über die Auseinandersetzung an diesem Abend? Jedenfalls hat den jungen Mann sein Zustand offenbar wenig interessiert, denn er startete seinen Toyota und fuhr einfach los.

»Zeugen gaben an, dass er plötzlich mit Vollgas auf die hinter dem Wagen stehende Gruppe losgefahren sein soll«, berichtet der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Hanau, Oberstaatsanwalt Dominik Mies. »Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen gehen wir von einem versuchten Mord aus, weil das Auto in eine Gruppe von Menschen gelenkt wurde und es daher zu einem gemeingefährlichen Mittel im Sinne des Strafgesetzbuches wird. Das ist ein klares Mordmerkmal«, berichtet Mies weiter.

Während sich alle anderen jungen Leute im letzten Moment mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen konnten, wurde ein 20-jähriger Nidderauer von dem Wagen erfasst und zu Boden geschleudert. Nach der Schilderung der Staatsanwaltschaft soll der mutmaßliche Täter dann aber immer noch nicht davongefahren sein, sondern sei mit voller Absicht nochmals vor- und rückwärts gefahren und habe dabei den bereits am Boden liegenden Verletzten zweimal überrollt, bevor er flüchtete. »Damit hat er zweifelsohne den Tod eines anderen Menschen zumindest billigend in Kauf genommen«, bewertet Mies das Handeln des 23-Jährigen.

Wie durch ein Wunder erlitt das 20-jährige Opfer durch diese Gewalttat »nur« eine Platzwunde sowie mehrere Prellungen und Schürfwunden am ganzen Körper. Deshalb wurde er noch in derselben Nacht nach Hanau in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er stationär behandelt werden musste.

Nachdem umgehend Haftbefehl gegen den Aschaffenburger erlassen und seither bundesweit nach ihm gefahndet wurde, ist der 23-Jährige vor wenigen Tagen der Polizei in Stuttgart ins Netz gegangen. Er wurde an seiner dortigen Arbeitsstelle verhaftet und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Wann der Prozess gegen ihn eröffnet wird, steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch nicht fest, denn den Termin bestimmt die Schwurgerichtskammer des Hanauer Landesgericht. Voraussichtlich wird dies im Spätsommer sein.

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