20. Mai 2019, 20:57 Uhr

Vogelgesang verstummt: NABU Friedberg in Sorge

20. Mai 2019, 20:57 Uhr
Zaunkönig

Bei der Vogelstimmenwanderung des NABU Friedberg sind 33 Vogelarten beobachtet worden. Weitere zwei konnten vermutlich gehört werden, sodass sich die Zahl der Arten auf 35 erhöhte. Scheinbar ein zufriedenstellendes Ergebnis also? »Nein. Wir beobachten seit einigen Jahren, dass die Zahl der Individuen vieler Arten rückläufig ist und einige ›Allerweltsarten‹ nur noch selten oder nicht mehr da sind«, sagt Axel Müller, Pressesprecher des NABU Friedberg. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben vor allem mit der Zerstörung der Lebensräume und der Lebensweise des Menschen zu tun. Eine große Rolle spielt der Mangel an geeigneten Futterquellen wie beispielsweise Insekten, bei der Aufzucht der Jungen. Trotz ungünstiger Wetterbedingungen gab es bei der jüngsten Tour etliche schöne Erlebnisse. Referent Hennig Stahl spannte einige der 14 interessierten Frühaufsteher unmittelbar ein. So wurde die Beobachtungsliste von Teilnehmern geführt. Andere bekamen Vogelführer zum Nachschlagen oder ein iPad zum Vorführen der Vogelstimmen in die Hand. Zu den bemerkenswerten Beobachtungen gehörten eine Goldammer sowie - vermutlich - eine Rohrammer. Auch ein Kuckuck, der zu den großen Verlierern des Klimawandels zählt, ließ seinen Ruf ertönen. Die inzwischen selten gewordenen Mehl- und Rauchschwalben sowie ein Gartenrotschwanz zählten ebenso zur Beobachtungsstrecke. Besondere Freude bereiteten mit ihrem Gesang eine Nachtigall sowie ein Zaunkönig, der eine ganze Zeit nahe der Gruppe auf einem Baum saß und sein Lied schmetterte.

Was wurde vermisst? Zum Beispiel waren weder eine Bachstelze, noch eine Feldlerche oder ein Rebhuhn zu beobachten. Und das obwohl die Wanderer durch deren typische Lebensräume zogen. Auch Mauersegler, echte Kunstpiloten, fehlten völlig. »Ob sich das Rad zurückdrehen lässt, hängt einzig und alleine von uns ab. Schaffen wir es, die für diese Tiere erforderlichen Lebensbedingungen zu erhalten, haben sie eine Chance?«, sagte Müller. Auf dem Rückweg wurde noch eine völlig entkräftete junge Brieftaube gefunden. Ein Züchter - zufällig in der Gruppe dabei - nahm das Tier unter seine Fittiche und rettete ihm das Leben. So nahm die Vogelstimmenwanderung noch ein versöhnliches Ende. Zum Abschluss kamen einige Teilnehmer noch zum Frühstück mit, das wegen der Witterung im Esszimmer der Familie Müller vorbereitet war.

(Foto: NABU/Hartmut Mletzko)

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