23. April 2019, 20:33 Uhr

Vollblüte ist bereits Geschichte

23. April 2019, 20:33 Uhr
Reiner Weidmann erläutert den Teilnehmern an der Wanderung die Maserung eines veredelten Kirschbaumstamms. (Fotos: Loni Schuchardt)

Die Vollblüte der Kirschbäume war am Ostermontag schon Geschichte. An manchen der rund 50 000 Bäume waren bereits die grünen Fruchtknospen zu sehen. Dagegen präsentierten sich die vielen Apfelbäume im Kirschenberg in Blütenweiß. Trotzdem erlebte der Obst- und Gartenbauverein (OGV) bei der 24. Auflage seiner Kirschblütenwanderung einen rekordverdächtigen Besucheransturm.

Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen startete die erste der geführten Wanderungen eine Viertelstunde vor dem offiziellen Beginn um 10 Uhr mit rund 40 Teilnehmern, die vor dem Informationsstand am Ende der Waldstraße gewartet hatten. Wenig später startete die zweite Gruppe, der weitere Führungen folgten. Bis 11 Uhr wurden um die 400 Teilnehmer gezählt, darunter Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender und Bürgermeister Dirk Antkowiak. »Der Andrang ist enorm«, freute sich OGV-Mitglied Clemens Margraf, der am Info-Stand das Veredeln von Obstbäumen demonstrierte.

»Aus logistischen Gründen konnten wir die Wanderungen erst heute anbieten«, erklärte OGV-Mitglied Josef Weil beim Start der zweiten Gruppe. Während der Tour erfuhren die Teilnehmer viel über die Geschichte des Kirschenanbaus in Ockstadt. »Früher wurde Stockwerksbau betrieben. Zwischen den Obstbäumen wurden Rüben, Kartoffeln oder Getreide angebaut«, sagte OGV-Mitglied Reiner Weidmann, der auch auf die Bekämpfung von Schädlingen wie der Kirschfrucht- oder Kirschessigfliege einging.

Neues Insektenhotel

»Ohne den Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel würde es keinen Kirschenanbau mehr geben«, erklärte Weidmann. Für die diesjährige Saison fehle noch die Zulassung der Pflanzenschutzmittel. Trotzdem seien die Obstanbauer Insektenfreunde. »Wir brauchen die Insekten und versuchen, nur Schädlinge zu dezimieren.«

Im Verlauf der Wanderung wurden die vom OGV neu aufgestellten Insektenhotels gezeigt. »Wir alle sollten uns darauf besinnen, nur das zu verzehren, was gerade bei uns geerntet wird. Kein Mensch braucht Erdbeeren im Winter«, sagte Weidmann, der am Feldkreuz einen zu seiner Aussage passenden Auszug aus Psalm 104 vorlas.

»Die Führung ist sehr interessant. Endlich habe ich es mal geschafft, dabei zu sein«, meinte Waltraud Brauns aus Bad Nauheim. Ebenfalls das erste Mal bei der Wanderung unterwegs waren Thomas und Christine Schiebe. Deren zehn Monate alte Tochter Hannah verschlief die Führung im Tragegurt. Die junge Familie ist erst im August von Frankfurt nach Ockstadt gezogen und interessierte sich deshalb besonders für dieses Angebot. Ziel der Führungen war das Areal vor der Hollarkapelle, wo Speis und Trank auf die Wanderer wartete. Auf Holzkohlegrills brutzelten Bratwürstchen, eine große Salatauswahl und frisch gebackener Kuchen lockten. Familie Rehde bot Hochprozentiges, Alkoholfreies und Fruchtaufstriche an. OGV-Mitglied Manfred Ewald zeigte einige Nistkästen samt seiner Statistik, in der er festhält, wie viele der 300 von ihm aufgestellten Kästen belegt sind. Erstmals dabei war Wilhelm Weißenberg aus Ober-Mörlen mit seinen Rhön-Schafen. »Jetzt haben wir auch einen Streichelzoo«, sagte OGV-Vorsitzender Werner Kipp. Der Gesangverein Frohsinn informierte über sein Festprogramm zum 150-jährigen Bestehen und am Nachmittag spielte der Frohsinn-Musikzug auf.

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