26. August 2017, 18:00 Uhr

Neue Eismaschine

Volle Kraft voraus auf dem Stadion-Eis

Mehr als 67 200 Kilometer hat die 2004 angeschaffte Eismaschine in den vergangenen 13 Jahren im Bad Nauheimer Eisstadion zurückgelegt. Nun gibt es eine hochtechnisierte Nachfolgerin.
26. August 2017, 18:00 Uhr
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Von Hedwig Rohde
Von der neuen Eispflegemaschine sind alle begeistert: Hersteller und Stadt ebenso wie die Eismeister und die Vertreter der Eishockey Cracks und der Eissportschützen. (Foto: doe)

Die alte Maschine war in die Jahre gekommen. Anlasser, Hydraulik, Lichtmaschine und die für die Kühlung zuständige Gasunterdruckdose machen nicht mehr mit. Ersatzteile sind nur noch schwer zu beschaffen. Die Stadt hat die alte Maschine deshalb auf die Reservebank verbannt und 150 000 Euro in eine neues Gerät investiert.

Umweltschonend, wirtschaftlich, benutzerfreundlich – bei der Vorstellung der neuen Eismaschine, die ab sofort im Colonel-Knight-Stadion für spiegelglatte Oberflächen sorgen soll, wollte das Lob kein Ende nehmen. Erste Stadträtin Brigitta Nell-Düvel ebenso wie der Leiter des Fachdienstes Immobilienverwaltung, Volker Buchholz, und Reiner Ludmann als Vertreter der Hersteller- sowie der Vertriebsfirma listeten die zahlreichen Vorteile auf, die mit der Anschaffung modernster Technik verbunden seien.

Statt Gas treibt ein umweltfreundlicher Elektromotor das Gerät an, wovon sich die Stadt auf Basis einer »sehr konservativ« (Buchholz) erstellten Wirtschaftlichkeitsrechnung über die Jahre einige Tausend Euro weniger an Betriebskosten erwartet. Die Kapazität der Bleiakkumulatoren (Nell-Düvel: »Die gelten als hervorragend recycelbar«) reicht für 20 bis 25 Eisbearbeitungen, bei 80-prozentiger Entladung sollen nach Herstellerangaben acht Stunden Ladezeit ausreichen. Ebenso wie der Platz für den Beifahrer ist der Fahrersitz mit einem zwingend anzulegenden Gurt ausgestattet. Wegen der räumlichen Enge der Garage – das neue Gefährt passt gerade so hinein – war der Aufbau einer Kabine nicht möglich. Im Gegenzug ist der Fahrersitz beheizbar.

Schnitttiefe ist einstellbar

Bei der Auswahl der neuen Eismaschine durften Teamleiter Hans-Peter Wolfheimer, seine drei Eismeister und die »Springer«, die üblicherweise mit anderen Aufgaben im Eisstadion betraut sind, ein Wort mitreden. »Wir haben uns gemeinsam mehrere Maschinen angeschaut, sind Proberunden gefahren«, berichtet Volker Buchholz. Letztlich fiel die Wahl auf die WM Mammoth electric, die modernste Maschine, die die Firma WM Willy Mulser GmbH mit Sitz in Blumau in Südtirol zurzeit herstellt. Ein breites Publikum bekam dieses Modell bereits bei der Eishockey-Weltmeisterschaft im Mai in Köln zu Gesicht, wie Ludmann betonte.

Wolfheimer jedenfalls ist auch vom Innenleben der Eispflegemaschine restlos begeistert. Stolz hob er die Abdeckung des Motorraums an und führte den Gästen die übersichtliche Anordnung der Funktionssteuerung vor. Sie befindet sich auf der linken Seite unter dem Fahrersitz. Außerdem wurde der Elektroantrieb auf der rechten Seite präsentiert. Über ein modernes Display kann der Fahrer bei Betriebsbeginn die gewünschten vorprogrammierten Anwendungen starten; die Programmierung ist jederzeit aktualisierbar. Wie in einem modernen Auto gibt das Display jederzeit Informationen beispielsweise zu Batterie und Ölstand.

Einstellbar ist auch die Schnitttiefe, mit der die aus speziell gehärtetem Edelstahl gearbeiteten Messer das Eis abhobeln, bevor ein sehr dünner Wasserfilm gleichmäßig aufgetragen wird. »Mit dieser Maschine erreichen wir eine ganz glatte Oberfläche«, schwärmte Ludmann, und die zum Termin eingeladenen Vertreter der Eishockey-Cracks und der Eissportschützen nickten. So hatten sie sich das nach dem hinsichtlich der Eisbereitung pannenreichen Jahr 2016 vorgestellt.



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