16. Oktober 2018, 20:33 Uhr

Vom Blaukehlchen zur Zwergohreule

16. Oktober 2018, 20:33 Uhr
Gerd Bauschmann (r.) erläutert das alte Bewässerungssystem an der Wetter. (Foto: pv)

Die Herbstwanderung des NABU Friedberg hat das einzige Naturschutzgebiet in Friedberg, den Hechtgraben bei Dorheim, zum Ziel gehabt. Bei der Begrüßung der Gäste wiesen Ruth Müller vom NABU-Vorstand und Referent Gerd Bauschmann auf ein anderes mögliches Naturprojekt hin: den nicht mehr benötigten Trafoturm am Ortseingang von Dorheim. »Dieser könnte mit relativ geringem Aufwand als Refugium für seltene und teilweise bedrohte Tierarten wie Fledermäuse, Schleiereulen, Mauersegler sowie Mehl- und Rauchschwalben ausgebaut werden«, heißt es in einer NABU-Pressemitteilung. »Leider sind bei manchen Politikern und in Teilen der Verwaltung der Stadt Friedberg erhebliche Widerstände vorhanden, die das Projekt zum Scheitern verurteilen könnten«, bedauerte Ruth Müller.

Die Wanderung führte dann zur Wetter und zum alten Hechtgrabenwehr. Dort erläuterte Bauschmann das früher angewendete Konzept der Be- und Entwässerung der Wiesenflächen. Je nach Bedarf und Jahreszeit wurde das Wehr geöffnet oder geschlossen. Eine breite Nutzung als Weide und zur Mahd für die Winterfütterung wurde so ohne zusätzliche Düngung erreicht.

Entlang der Wetter ging es dann an der Bauernheimer Straße auf die andere Wetterseite. Am Rand des Naturschutzgebietes Hechtgraben wurde das erst vor wenigen Jahren geschaffene neue Wehr erreicht. Wenige Schritte vor der Wandergruppe sprangen dann etliche Rehe aus dem Schilfdickicht. Doch nicht nur Rehe nutzen das Schilf als Rückzugsgebiet, denn neben Teichrohrsängern konnte in diesem Jahr sogar ein Rohrweihenpaar beobachtet werden. Auch der Gesang eines Blaukehlchens war gelegentlich zu vernehmen. Im weiteren Verlauf machte Bauschmann dann auf an einem Baum angebrachte Nisthilfen für Zwergohreulen aufmerksam. Diese Tiere sind eigentlich im Mittelmeerraum beheimatet, es hat allerdings einzelne Beobachtungen auch in Friedberg gegeben.

Zuvor hatte die Gruppe eine kleine kommunale Ausgleichsfläche erreicht, die jedoch früher nicht gepflegt worden war. Erst seitdem sie verpachtet sei, finde auch eine sachgerechte Pflege statt, schreibt der NABU. Der extrem trockene Sommer habe im Naturschutzgebiet Spuren hinterlassen. So seien die eigentlich wasserführenden Gräben trocken gefallen. Auch etliche Pflanzen wie die Prachtnelke haben dieses Jahr nicht geblüht. Mit großen Schritten ging es dann zur Verpflegungsstation, wo es Kaffee, Kuchen und kalte Getränke für die Teilnehmer gab.

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