20. Oktober 2019, 19:17 Uhr

Vom Streben nach Perfektion

20. Oktober 2019, 19:17 Uhr

Bereits zweimal ist die Musikschule umgezogen. »Jeweils nach elf Jahren«, sagte ihr Leiter Ulrich Nagel. Mit einem Festakt wurde nun am Samstag das neue Domizil im ehemaligen Balneologischen Institut im Sprudelhof 11 eingeweiht. Unter großem Interesse: Zhlreiche Besucher zeigten sich von den sanierten historischen Räumlichkeiten beeindruckt. »Die schönste Musikschule Deutschlands«, lobte Bürgermeister Klaus Kreß. Musiziert werden soll hier nun weitaus länger als elf Jahre. Nagel: »Mindestens elf Generationen lang.«

Während aus allen Räumen und im Außenbereich Musik erklang, konnte das Gebäude besichtigt werden. Zuvor waren viele Redner beim Festakt auf die Historie, Umbaumaßnahmen und die wertvolle Arbeit der Musikschule eingegangen. »Der heutige Tag ist in mehrfacher Hinsicht besonders«, meinte Kreß. Die Musikschule habe ein Domizil gefunden, das ihr entspreche. »Ein Gebäude, dessen Struktur und Bauweise ihr einen adäquaten Rahmen bilden, das Charakter besitzt und eine Atmosphäre, die traditionell vom Streben nach Perfektion geprägt ist.« Der Tag symbolisiere aber auch das klare Bekenntnis der Stadt und der Gremien zur Förderung von Bildung und Erziehung ebenso wie zur Unterstützung von Wissenschaft und Kunst. Projekte wie dieses benötigen Zeit und Menschen, die Ideen entwickeln und umsetzen. Hier verglich Kreß die Stadt mit einem Garten, in dem Ideen entstehen, wachen und erblühen können. Doch in einem Garten lägen aus Stolpersteine, es wachse Wildkraut, es gebe Dürreperioden oder auch manche Sturzflut.

Was das Projekt Musikschule angeht, haben laut Bürgermeister Kreß viele Menschen gemeinsam eine kreative Idee umgesetzt: das Musikschulteam um Ulrich Nagel, das Architekturbüro Möller (die Projektleitung übernahme Architekt Christian Möller), zahlreiche Handwerksbetriebe und der Fachbereich Stadtentwicklung (insbesondere Jürgen Patscha und Matthias Mroncz). »Professionell, in höchster Qualität, mit Blick für Details und Leidenschaft.«

Hohe Anforderungen

Der Wetterauer Landrat Jan Weckler ging in seinem Grußwort auf die Infrastruktur und damit verbundene steigende Schülerzahlen und benötigte Raumkapazitäten ein. Für den Standort der Stadtschule an der Wilhelmskirche in der Rotdornstraße habe man nun eine »Idealentwicklung«. Mit dem neu gewonnenen Raum werde eine Container-Lösung vermieden.

Zugleich erfahre die Musikschule an ihrem neuen Standort »im Herzen Bad Nauheims« eine Aufwertung. »Viel besser geht es gar nicht«, betonte Weckler.

Architekt Alfred Möller erläuterte den Anwesenden die aufwendigen Sanierungsarbeiten: Schallschutz, Raumakustik, Brandschutz, Wärmeschutz und technische Ausstattungen - an eine Musikschule gebe es hohe Anforderungen. »Diese Bedingungen in ein bestehendes Kulturdenkmal zu integrieren ist eine große Herausforderung«, sagte der Architekt. Funktionalität, Ästhetik, Historie und Moderne seien nun sichtbar und spürbar geworden, u.a. assoziiere auch die moderne Treppe aus Holz und Stahl, »transparent und filigran schwingend an Stahlrohren aufgehängt«, das Thema Musik. Helligkeit und dezente Farbgebung an Wand-, Boden- und Deckenflächen, ergänzt mit zeitgemäßer Technik (Heizung, Lüftung, Beschallung, Beleuchtung) würden nun besten Voraussetzungen für den Musikschulalltag bieten. Neben 24 Unterrichträumen beeindruckten nicht nur der ehemalige Hörsaal sondern auch die dominanten Rundling-Räume mit höchster Gestaltungsqualität. Möller: »Durch erhebliche statische Eingriffe sind im Erdgeschoss zwei großzügige Elementarräume entstanden.« Eingebaut wurden 35 Stahlträger mit ca. 18 Tonnen Gewicht. Hochwertige Übungsräume seien auch im Untergeschoss entstanden.

Ab sofort gibt es in der Musikschule auch freies WLAN. Wärme, Lüftung, Beleuchtung und Technik erhält die Musikschule zukünftig aus einer Hand, von den Stadtwerken Bad Nauheim. »Die Musikschule ist auch uns eine Herzensangelegenheit«, sagte deren Geschäftsführer Peter Drausnigg.

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