04. Mai 2019, 18:00 Uhr

Harte Strafen

Waldbrandgefahr: Wer zündelt, der zahlt

Wegen des trockenen, warmen Wetters war die Waldbrandgefahr in der Region zuletzt gestiegen. Die Wetterauer Polizei macht darauf aufmerksam, dass Menschen, die zündeln, harte Strafen drohen – selbst wenn kein Brand entsteht.
04. Mai 2019, 18:00 Uhr
Die Lindener Feuerwehr hat vergangene Woche große Teile des Stadtwaldes löschen müssen. Die Waldbrandgefahr ist nach wie vor hoch. (Foto: con)

Wegen des trockenen, warmen Wetters war die Waldbrandgefahr in der Region zuletzt gestiegen. Erst vergangene Woche sind gut 6000 Quadratmeter des Bergwerkswaldes bei Linden abgebrannt. Auch in der Wetterau sind die Feuerwehren in Alarmbereitschaft – und auch die Polizei. Denn die stellte zuletzt immer wieder fest, dass manche Menschen mit Feuer im Wald besonders fahrlässig umgehen.

Bisweilen wird auch vorsätzlich gezündelt. So brannte am Donnerstagabend ein aus Baumstämmen und Gräsern gebautes Hüttchen in der Nähe des Rosbacher Beinhardshof. Eine Spaziergängerin hatte den Brand gegen 17.30 Uhr bemerkt und die Feuerwehr gerufen. Kurz zuvor wurden in der Nähe zwei ca. 20 Jahre alte Männer gesehen; einer mit schwarzem, einer mit grünem Kapuzenpullover. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 0 60 31/60 10.

Am Gründonnerstag war in Butzbach bei einem Feuer ein weitaus größerer Schaden entstanden: Rund 5000 Quadratmeter Waldboden wurden in Mitleidenschaft gezogen. Auch hier waren zwei mögliche Verantwortliche beobachtet worden; zwei Jungen mit Mountainbikes, die zwischen 16 und 17 Uhr in diesem Bereich unterwegs waren.

Spraydose im Feuer

Ebenfalls zwei Jugendliche waren es, die am Mittwoch, 24. April, im Wald bei Stockheim gezündelt hatten. Eine Frau hatte um 13.45 Uhr einen Knall gehört und zwei Jugendliche mit einem Roller entdeckt, die neben einem qualmendes Feuer auf dem Waldweg standen. Im Feuer lag eine Deodose, eine weitere Spraydose hatte ein Jugendlicher in der Hand. Die Frau sprach die beiden an; sie machten sich aus dem Staub. Sicherheitshalber verständigte die Zeugin die Feuerwehr. Wegen der guten Beschreibung hofft die Polizei auf einen Ermittlungserfolg.

Die (Geld-)Strafen für solche Aktionen sind bisweilen hoch – schließlich sollen sie auch zur Abschreckung dienen. Wie die Wetterauer Polizeisprecherin Sylvia Frech mitteilt, kann man laut Strafgesetzbuch bereits eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr erhalten, wenn man durch Rauchen, das Wegwerfen eines brennenden oder glimmenden Gegenstands, bereits für Brandgefahr im Wald sorgt. Komme es durch eine fahrlässige Handlung zu einem Brand, drohten bis zu fünf Jahre. Bei Brandstiftung könne das Gericht den Täter zu einer Haftstrafe zwischen einem und zehn Jahren verurteilen.

Wenn es erst einmal brennt, dann steht das Löschen des Brandes an erster Stelle. Gleichzeitig beginnen aber auch die Ermittlungen der Polizei, die immer auch verständigt wird, wenn die Feuerwehr zum Einsatz kommt, erklärt Frech. Man sei hier dringend auf die Hilfe von Zeugen angewiesen und nehme auch gerne Infos entgegen, bevor ein Schaden entstanden ist. Frech: »Gerade Kinder oder Jugendliche können das Ausmaß ihres Handelns vielleicht wirklich nicht abschätzen. Hier sollten Erwachsene genau hinschauen, um eine Brandentstehung zu vermeiden.« Man solle sich nicht scheuen, die Notrufnummer 110, wenn man einen fahrlässigen Umgang mit Feuer beobachte. »Denn es geht nicht nur darum, einen Tatverdächtigen zu ermitteln, sondern auch darum, einen potentiellen Brandstifter von neuerlichen Taten abzuhalten.«

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