12. Juli 2019, 20:26 Uhr

Warum es viele kahle Bäume gibt

12. Juli 2019, 20:26 Uhr
Der Gemeindevorstand schaut sich im Wölfersheimer Wald um. Ein Video von dem Termin ist auf dem Youtube-Kanal der Gemeinde zu finden. (Foto: pm)

In den Wäldern der Wetterau sieht man momentan einige kahle Bäume. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der Wölfersheimer Gemeindevorstand nahm dies zum Anlass, sich über aktuelle Entwicklungen und Planungen mit Fachleuten auszutauschen, wie es nun in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus heißt. Gemeinsam mit Forstamtsleiter Bernd Reißmann und Förster Eckhard Richter wurden große Teile der Wölfersheimer Wälder besichtigt.

Ein Grund für viele kahle Bäume in den Wäldern ist der Schwammspinner, dessen Raupen ganze Bäume kahl fressen. Für den Menschen ist die Raupe eher ungefährlich. Man sollte sie jedoch nicht mit dem Eichenprozessionsspinner verwechseln, der heftige allergische Reaktionen hervorrufen kann. Derzeit verpuppen sich die Raupen des Schwammspinners. Die Bäume werden in den nächsten Wochen im Johannistrieb neu austreiben und sich erholen. Aber auch die Dürre im vergangenen Jahr und der aktuell heiße Sommer macht den Wäldern zu schaffen. Besonders die Lärche ist im Södeler Wald davon betroffen.

Die meisten Wälder in Wölfersheim werden bewirtschaftet. Einige Bäume vermehren sich von selbst, andere müssen neu gepflanzt werden. Hiervon hat man mehrere Flächen gemeinsam besichtigt. Es kann über hundert Jahre dauern, bis ein Baum groß genug ist, um ihn wirtschaftlich nutzen zu können. »Eine solche Anpflanzung ist immer eine Investition in die Zukunft, wie es schon Generationen vor uns getan haben. Aber der Klimawandel ist nicht zu leugnen und auch ihn müssen wir bei Neuanpflanzungen im Blick behalten«, berichtet Bürgermeister Eike See. Experten gehen davon aus, dass Baumarten wie die Buche es künftig schwer haben werden, in unseren Höhenlagen mit weniger Wasser zurechtzukommen. Deshalb werden seit einiger Zeit auch Versuchsflächen angelegt. Darauf werden Bäume wie die Baumhasel, Esskastanie oder Zeder gepflanzt. Wie Forstamtsleiter Reißmann berichtet, wäre es finanziell und logistisch schwer zu stemmen, große Teile unserer wirtschaftlich genutzten Wälder neu anzupflanzen. Daher werde hierbei frühzeitig geplant und auch getestet.

Aber nicht alle Wälder in Wölfersheim werden bewirtschaftet. Der Limberg zum Beispiel wurde vor 200 Jahren das erste Mal bepflanzt und immer wieder abgeholzt. In dem kleinen Wäldchen kam es 2008 zu großen Sturmschäden. 2010 wurden Ersatzbepflanzungen vorgenommen, und man entschied sich, den Wald weitgehend sich selbst zu überlassen. Da die Erde besonders trocken ist, haben auch hier einige Bäume unter der Dürre gelitten. Die Bäume werden nicht gefällt, sondern bleiben als Totholz für Insekten und Vögel erhalten. »Wir wollen, dass man die Natur auf dem Limberg erleben kann«, berichtet die Erste Beigeordnete Carmen Körschner. Damit Fußgänger die Wege auch künftig nutzen können, werden sie deshalb in den nächsten Wochen gemulcht und freigeschnitten. Generell sollen die Eingriffe hier aber so gering wie möglich sein.

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