15. August 2019, 20:23 Uhr

Wassergüsse und Weingenuss

15. August 2019, 20:23 Uhr
Härtetest: Dr. Günter Gensrich setzt sich dem Blitzguss von Dr. Lutz Ehnert aus.

Kneipp und Wein - kann das sein? Ja, wie sich am Samstag zeigte. Gut 90 Teilnehmer hatten sich zur Veranstaltung »Kneipp(en) und Wein« in der Kulturscheune »Zum grünen Baum« angemeldet. An verschiedenen Stationen testeten die Besucher die kalten Wassergüsse nach Pfarrer Sebastian Kneipp. Sichtlich Spaß hatten dabei nicht nur Kneippianer.

»Die Füße im Wasser, die Zunge im Wein, das kann nur ein Kneippianer sein«, zitierte Bürgermeister Klaus Kreß zu Beginn der Veranstaltung Pfarrer Sebastian Kneipp treffend. Was die Kneipp’schen Säulen angeht, spielen neben Balance und Heilpflanzen Wasser, Bewegung und Ernährung bekanntlich besondere Rollen. Nicht nur die Zusammensetzung der Speisen ist bei der letzteren Säule wichtig, sondern auch das »Zusammensetzen« am Tisch. Genuss, Freude, Ruhe und Zeit gehören dazu. Beim ersten »Kneipp(en) und Wein« fand alles seine Beachtung.

Initiiert wurde die Veranstaltung vom Vorsitzenden des Kneipp-Vereins Bad Nauheim-Friedberg-Bad Salzhausen, Dr. Lutz Ehnert, und Kneipp-Verein-Mitglied Bernd Witzel, Inhaber der Kulturscheune. »Die Idee dazu entstand im letzten Jahr, als der Verein der Köche Bad Nauheim hier das 70-jährige Jubiläum gefeiert hat«, erklärte Ehnert. Die Ankündigung stieß bereits im Vorfeld auf große Resonanz, meldeten sich doch nicht nur Kneippianer und Weinfreunde an, sondern auch viele Nichtmitglieder. »Das wird sicher ein vergnüglicher Nachmittag«, sagte Angelika Gundel, Schriftführerin des Kneipp-Vereins. Mit dieser Vermutung sollte sie recht behalten.

Viele Infos zur Kneippkur

Schon bei Kaffee und Kuchen wurden die Anwesenden bestens unterhalten: WZ-Cocktailmixer Jürgen Wagner sorgte mit Songparodien wie »Lass’ mir mei Ruh’« und »Ranzeweh« (statt »Runaway«) für viel Heiterkeit. Am Abend wurden »Hessenteller« serviert und edle Tropfen angeboten.

In den alten Zinnbadewannen, Raritäten der Witzel-Kulturscheune, konnten tagsüber Knie- und Schenkelgüsse, Armbäder und Wassertreten ausprobiert werden. Anleitungen und Informationen gab es dazu von Dr. Lutz Ehnert und Gesundheitstrainerin Birgit Stanzel-Fett. Rund 120 Kneipp-Güsse habe »Wasserdoktor« Kneipp im 19. Jahrhundert entwickelt. Ob Einschlaf- oder Aufwachhilfe, natürliche Gesichtsstraffung oder Kreislaufkick - Kneipp wusste schon damals, wie’s geht. Der Knieguss stärkt insbesondere die Abwehrkräfte und Beckenorgane, fördert zudem aber auch die Durchblutung von Haut und Muskeln. Er gilt als blutdrucksenkend und hilft bei überlasteten, schmerzenden Füßen. Wie man diesen Guss absolviert, zeigte Birgit Stanzel-Fett.

Der Bewegungsablauf beginnt an der Rückseite des rechten Beins: Ausgehend vom kleinen Zeh wird der Wasserstrahl über die Wade bis zur Kniekehle geführt. Dort verweilt er rund fünf Sekunden in kreisenden Bewegungen. Anschließend wandert der Wasserstrahl über die Innenseite des Unterschenkels wieder bis zur Ferse. Wiederholt wird der Ablauf am linken Bein.

Zwei »Königsdisziplinen« stellte Ehnert den Gästen vor, den Schönheitsguss und den Blitzguss. Der Schönheitsguss (nicht nur für Damen) belebt Körper und Geist, fördert die Durchblutung, soll auch gegen Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit helfen. Ebenso strafft und erfrischt er die Haut. Blitzgüsse hingegen dienen der Abhärtung und sollen den Stoffwechsel anregen. Der Name verrät bereits, dass er nicht nur durch die Wassertemperatur, sondern auch durch die Vehemenz seines Strahls auf den Körper einwirkt. Die Verabreichung eines Blitzgusses setzt einen entsprechenden Wasserdruck voraus. Der Wasserstrahl trifft aus drei bis vier Meter Entfernung auf die Körperoberfläche.

Für die Vorführung war ein mutiger Freiwilliger gefragt. Gerne stellte sich Dr. Günter Gensrich zur Verfügung. »Heute früh hätte ich nicht gedacht, dass ich hier in Badehose stehe«, sagte er. Seine Badehose hatte er nicht dabei. Gerne half Bernd Witzel aus. Mehr dazu morgen im Kurstadt-Cocktail.

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