29. November 2017, 16:00 Uhr

Blaulichtgottesdienst

Wenn Helfer zu Opfern werden

Die Notfallseelsorge Wetterau hat einen ökumenischen Blaulichtgottesdienst mit Mitarbeitern von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei gefeiert.
29. November 2017, 16:00 Uhr
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Aus der Redaktion
Feuerwehrleute, Kräfte der Polizei und aller Hilfsorganisationen sowie deren Angehörige feiern gemeinsam den Blaulichtgottesdienst in der evangelischen Kirche Beienheim. (Fotos: pv)

Wetteraukreis/Reichelsheim (pm). »Menschen an Grenzen begleiten« ist ein Motto der Notfallseelsorge. Ein plötzlicher Tod, ein schwerer Unfall, ein Suizid können jeden treffen. Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und andere Organisationen sind zur Stelle und helfen. Doch Menschen werden bei Unfällen nicht nur am Körper, sondern auch in der Seele verletzt. Die Notfallseelsorge ist da und hilft ohne Ansehen der Person.

Die Notfallseelsorge Wetterau arbeitet seit Mai 1998 im Wetteraukreis und betreut Menschen in Krisensituationen. Psychische Not macht auch vor den Helfern keinen Halt. Weil Helfer dann auch zu Opfern werden können, bietet die Notfallseelsorge auch ihnen »Erste Hilfe für die Seele«.

Die psychische Belastung ist hoch

Zum 13. Mal lud die Notfallseelsorge Wetterau Helfer aus dem Blaulichtbereich und ihre Angehörigen zum ökumenischen Blaulichtgottesdienst ein. Außerhalb des oftmals hektischen Einsatzgeschehens begrüßten Gemeindereferent Gregor Rettinghaus und Pfarrer Stefan Frey in der evangelischen Kirche in Beienheim etwa 250 Teilnehmer. Gemeinsam feierten sie den Gottesdienst, der jährlich im November am Freitag vor dem Volkstrauertag in einer anderen Kommune des Kreises stattfindet.

In der ruhigen Atmosphäre des Kirchenraums ging Pfarrer Frey in seiner Predigt auf die Fragen mancher Einsatzkräfte ein: Was erwartet mich in diesem Einsatz? Was werde ich antreffen? Wie werden die Menschen reagieren? Manchmal könne dabei ein diffuses Gefühl der eigenen Hilflosigkeit aufkommen.

»Und trotzdem können Opfer und Helfer sicher sein, Menschen in Not werden nicht alleine gelassen«, sagte Pfarrer Frey. Die Kollekte war in diesem Jahr für die Arbeit der Clown-Doktoren bestimmt.

Wie in jedem Jahr lud die Notfallseelsorge nach dem Gottesdienst zu einem kleinen Imbiss in den Bürgertreff ein. In einer kurzen Ansprache dankte Landrat Joachim Arnold allen Einsatzkräften und ihren Angehörigen für die stete Hilfsbereitschaft an 24 Stunden am Tag und 365 Tagen im Jahr. Dank ging auch an die Freiwillige Feuerwehr Beienheim für die Ausrichtung. Der nächste Blaulichtgottesdienst wird am 16. November in der Markuskirche Butzbach sein.



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