04. November 2019, 20:16 Uhr

Wenn liken und posten süchtig macht

04. November 2019, 20:16 Uhr

Das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe für den Wetteraukreis bietet seit 2001 sucht- und gewaltpräventive Arbeit und Beratungsangebote in den Schulen des Wetteraukreises an. Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch konnte die Finanzierungszusage für die Erweiterung des Angebots kürzlich an Hans-Peter Krämer übergeben. Die vom Wetteraukreis eingerichtete und finanzierte Fachstelle »Prävention in Schulen« soll dazu beitragen, Probleme zu verhindern, zu vermeiden oder zu lösen. Für diese Beratung bestehe eine große Nachfrage.

Aus Mitteln des Landes Hessen, die der Wetteraukreis verwaltet, wurden jetzt zusätzliche Gelder für eine halbe Stelle für die Fachstelle »Prävention in Schulen« an das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe vergeben, um auf die Nachfrage zu reagieren.

»Ziel der Arbeit der Fachstelle ist es, unter anderem durch frühe Interventionen Probleme zu verhindern, zu vermeiden und zu Problemlösungen beizutragen«, sagte Becker-Bösch. »Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Polizei, Lehrer und Suchtberatungsstellen müssen bei diesen Themen Hand in Hand arbeiten. Wichtig bei der Präventionsarbeit ist es, die Jugendlichen möglichst früh zu erreichen, das heißt, bevor sie überhaupt anfangen, zu konsumieren.«

Schulen haben hohen Bedarf

In den letzten Jahren und insbesondere im letzten Jahr seien die Angebote der Fachstelle sehr stark nachgefragt worden. Insgesamt wurden im letzten Jahr 235 Angebote und Projekte direkt in den Schulen durchgeführt, wodurch knapp 7600 Schülerinnen und Schüler unmittelbar erreicht wurden. Dies zeige den starken Bedarf der Schulen an Angeboten zu den Themen Sucht und Gewalt.

Die suchtpräventiven Angebote der Fachstelle fördern Verhaltensweisen, Fertigkeiten sowie Strukturen, die vor Sucht schützen. Auch Angebote zu den Themen Mobbing und Cybermobbing, Gefahren im Zusammenhang mit intensiver Computer- und Smartphone-Nutzung und »neuepsychoaktive Stoffe« (NPS) erleben in den letzten Jahren eine zunehmende Nachfrage von Schulen, aber auch von Einzelpersonen. Zwar hat sich das Gesundheitsbewusstsein von Jugendlichen, was den Konsum von Suchtmitteln betrifft, in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verbessert. Dennoch ist und bleibt Alkohol Suchtmittel Nummer eins, auch bei Jugendlichen. »Bei den illegalen Drogen ist Cannabis nach wie vor die mit Abstand am meisten konsumierte Substanz«, sagte Dezernentin Becker-Bösch.

Doch neue Süchte bergen andere Gefahren: Jugendliche chatten, liken und posten im Schnitt täglich drei Stunden mit WhatsApp, Instagram und anderen sozialen Medien. Manchmal könne die virtuelle Welt so reizvoll und spannend sein, dass sie damit gar nicht mehr aufhören wollen. Es könne durchaus sein, dass sich aus einer intensiven Mediennutzung eine krankhafte Sucht entwickelt.

Das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe für den Wetteraukreis in der Bismarckstraße 2 in Friedberg ist unter der Telefonnummer 0 60 31/7 21 00 erreichbar.

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