10. Juli 2018, 17:00 Uhr

im Schrenzerbad

Wie das Wasser sauber bleibt

Bis zu 1500 Besucher tummeln sich täglich im Schrenzerbad in Butzbach. Ist es bei der Menge an Schwimmern und Kindern möglich, die Wasserqualität auf einem hohen Niveau zu halten?
10. Juli 2018, 17:00 Uhr
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Von Carolin Fest

Der richtige Chlorgehalt, ein möglichst neutraler pH-Wert und keinerlei Keime und Bakterien – diese Anforderungen müssen Freibäder bundesweit erfüllen. »Wir werden alle vier Wochen von einem unabhängigen Institut kontrolliert, und das Gesundheitsamt kommt auch regelmäßig unangekündigt zum Prüfen vorbei«, berichtet die Meisterin für Bäderbetriebe, Sonia Burriel. Sollten sich Bakterien im Wasser befinden, muss die Prüfung noch mal erneuert werden. Wird das Ergebnis bestätigt, wird nachgechlort.

Jede Nacht läuft der Bodensauger in beiden Becken des Butzbacher Schrenzerbads: »Das ist unser bester Gehilfe«, sagt Burriel. Der Sauger reinigt das Wasser von den Sinkstoffen, die nicht über die Beckenrinne rausgeschwemmt werden, das übergelaufene Wasser wird von fünf Filtern unter dem Bad gesäubert. »Die Filter sind schichtweise, beispielsweise mit Kies und Aktivkohle, gefüllt. Die Substanzen der Schichten werden von unten nach oben feiner«, erklärt die Schwimmmeisterin. Durch ein Flockungsmittel werden Partikel filterbar gemacht, die vorher zu klein waren. Der Chlorgehalt wird dauerhaft automatisch kontrolliert. Die Filteranlagen sind genormt.

 

Nicht alle Regeln werden beachtet

 

Neben den Kontrollen eines Instituts, des Gesundheitsamtes und im Filterraum müssen auch die Schwimmmeister jeden Morgen und Nachmittag händisch die Wasserqualität prüfen: »Wir lernen sogar in unserer Ausbildung, wie wir die Wasserprobe nehmen. In etwa 30 Zentimetern Tiefe, das ist wichtig«, sagt Burriel und macht vor, wie es geht. Das entnommene Wasser wird mithilfe von Chemikalien und einem Messgerät getestet, das den genauen Chlorgehalt und pH-Wert anzeigt. »Zu unserem Beruf gehört auch ein wenig technisches Verständnis und Ahnung von Chemie.« Pro Badegast gingen täglich etwa 30 Liter Wasser verloren: »Die werden in den Badesachen mit aus dem Becken getragen oder verdampfen in der Sonne«, dieses Wasser wird dann durch Frischwasser ersetzt. Die Besucher sollen deswegen nur in Badesachen schwimmen, Shirts sind verboten. Aber nicht alle Regeln lassen sich so einfach durch die Schwimmmeister kontrollieren: »Die Badegäste sollen sich eigentlich alle abduschen, bevor sie ins Becken gehen. Die meisten machen das auch, aber leider nicht alle – es ist unmöglich, das den ganzen Tag zu beobachten«, bedauert Burriel. Im Schrenzerbad arbeiten vier Bademeister und zusätzlich Rettungsschwimmer.

Die Bademeister sind für das Einhalten von Regeln, die Pflege des Bades und die Technik, wie die Pumpen und das Prüfen der Wasserqualität, zuständig. Die Rettungsschwimmer übernehmen die Aufsicht am Beckenrand.

Das Wasser bleibt im Winter im Becken, es wird ein Mittel gegen Algenbildung zugefügt. Im Frühjahr wird das Wasser abgelassen, die Becken gereinigt und neu gefüllt.



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