13. November 2018, 17:00 Uhr

Landwirtschaft

Wie ein Stall zum Café wird

Einst war der Birkenhof in Butzbach-Fauerbach mit seinen 60 Hektar ein großer Hof. Heute gehört er zu den kleineren Betrieben, ist aber ein ganz besonderer, dank des Bauernhofcafés.
13. November 2018, 17:00 Uhr
Fabian und Tanja Haub bewirten in ihrem Hofcafé in Fauerbach Gäste auf ihrem Hof. Aus dem ehemaligen Schweinestall ist ein Gastraum entstanden. (Fotos: pv)

Wir verstehen uns als Bauernhofcafé mit Restaurant, allerdings mit beschränkten Öffnungszeiten«, sagt Fabian Haub, der zusammen mit seiner Frau Tanja vor sieben Jahren aus einem Schweinestall ein richtig schönes Café gemacht hat. Das ist längst zum Geheimtipp in Butzbach-Fauerbach geworden. Im Nu sind an den Öffnungstagen die Torten ausverkauft.

Seit Generationen in der Landwirtschaft

Tanja Haub kommt aus einer alten Bauernfamilie. Schon der Urgroßvater betrieb in Fauerbach Landwirtschaft. Der etwa 60 Hektar große Bauernhof, der heute noch von den Eltern von Tanja Haub und ihrem Schwager Michael Jung betrieben wird, hätte früher als groß gegolten, heute zählt er zu den kleineren Betrieben.

Mit Suppenküche auf Märkten

Allein mit Landwirtschaft kann man wirtschaftlich kaum bestehen. Deshalb hat man sich auf dem Birkenhof schon früh weitere Standbeine gesucht. Eine Suppenküche und die Direktvermarktung zählten schon etwas länger dazu. Während die Direktvermarktung zurückging, hat das kulinarische Angebot in den vergangenen Jahren zugenommen, vor allem seit der Einrichtung des Bauernhofcafés im ehemaligen Schweinestall.

Die Idee, ein Bauernhofcafé auf dem eigenen Hof einzurichten, hatten Tanjas Eltern, Jürgen und Siglinde Becker, schon Jahre zuvor. Doch erst mit der Aufgabe der Schweinezucht entschieden sie gemeinsam, den nun leerstehenden Schweinestall in ein Bauernhofcafé umzubauen.

Donnerstag ist "Kochtag"

Stück für Stück hat sich der Wandel auf dem Hof vollzogen. Seit zehn Jahren ist der »Kochtag« donnerstags ein fester Bestandteil des Birkenhofs. Die Suppenküche, die dann ihre Vorbereitungen für die Wochenmärkte macht, öffnet an diesem Tag als Imbiss von 11 bis 14 Uhr. Hier bietet Michaela Jung, Tanjas Schwester, Suppen, aber auch Hackbraten, Schnitzel und Pommes zum Mitnehmen an. Parallel dazu ist das Bauernhofcafé geöffnet.

Beginnend mit dem Mittagstisch kann man hier aus einer Speisekarte mit einem etwas breiteren Angebot wählen. Zusätzlich gibt es noch wechselnde saisonale Gerichte wie Tafelspitz oder Spießbraten. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen und ab 17 bis 21 Uhr bietet die Küche noch eine warme Abendkarte mit etwas anderen Gerichten an.

 

Jawort im Garten

 

Die Öffnungszeiten sind anders als in der Gastronomie. Neben den Donnerstagen, können die Gäste freitags und sonntags zwischen 14 und 18 Uhr kommen, dann gibt es Kaffee und Kuchen. Samstags ist das Restaurant nur für Feierlichkeiten und Gruppen geöffnet. Für Gruppen macht die Familie ohnehin alles möglich, sie können auf Anfrage auch an den anderen Tagen bewirtet werden.

Für Radler bietet sich der Birkenhof als Rastpunkt an. Liegt der Aussiedlerhof doch direkt am hessischen Fernradweg R 6 und an der nördlichen Keltenroute.

Viele Stammgäste

Viele Stammgäste kommen auch aus den Butzbacher Stadtteilen, aus Ober-Mörlen, Bad Nauheim und Friedberg, verraten Tanja und Fabian Haub. Einen weiteren Clou haben sie seit einiger Zeit im Angebot: Auf dem Hof kann geheiratet werden. Vor allem im Sommer, wenn bei schönem Wetter das Jawort im Garten gegeben werden kann.

Fleisch wird seit der Aufgabe der Schweinemast auf dem Birkenhof nicht mehr produziert. Auf den rund 60 Hektar wächst überwiegend Getreide. Das dritte Standbein des Birkenhofs sind die Wochenmärkte. In Bad Nauheim gibt es freitags die Suppenspezialitäten, in Butzbach hingegen wird zu den Suppenspezialitäten noch Wurst und Fleisch auf dem Markt verkauft.

Vom Maschinenbau zum Koch

Fabian Haub ist gelernter Maschinenbautechniker, aber zum Kochen hat er ein Naturtalent, bestätigt Tanja Haub. Sie kann sich noch gut an seinen Start in der Küche erinnern, als bei einer Hochzeit der Koch kurzfristig absagte. »Da musste er ran.« Mittlerweile ist er uneingeschränkter Chef in der Küche, während Tanja Haub für Vorbereitung, Service und die Dekoration zuständig ist. »Am meisten Spaß macht mir der Umgang mit den Gästen. Die positive Rückmeldung beflügelt.«

Allein schaffen die Haubs die Arbeit im Café allerdings nicht mehr. Etwa 20 junge Leute werden regelmäßig als Aushilfen engagiert, vor allem, wenn sie größere Veranstaltungen haben, wie etwa den kulturellen Höhepunkt, das Open-Air-Konzert.

 

Weitere Informationen zum Birkenhof gibt es im Internet: www.becker-birkenhof.de.

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