16. Mai 2018, 20:22 Uhr

»Wir wollen uns einfügen«

16. Mai 2018, 20:22 Uhr
Aus der Redaktion,
Von Dagmar Bertram
Vorsitzender Ralf Koos (r.) und Vorstandsmitglied Jannos Siaplaouras planen einen Steg für den Segel-Club Wölfersheim.

Der neue Segel-Club Wölfersheim (SCW) hat einen Vertrag mit dem Gemeindevorstand ausgehandelt. Demnach sollen auf dem See schon bald Segelboote unterwegs sein. Der Vorsitzende Ralf Koos betont, man wolle damit andere Nutzer des Sees nicht stören, und auch der Naturschutz liege dem Verein am Herzen.

Die Grünen hatten die Entscheidung des Gemeindevorstands als eigenmächtig und voreilig gerügt, weil die Zukunft des Sees noch ungewiss sei (die WZ berichtete).

Der Segel-Club-Vorsitzende schwärmt: »Wer segeln lernt, lernt etwas über den respektvollen Umgang mit der Natur. Diese Grundhaltung ist die Basis des Segelns. Ein natürlicheres und umweltfreundlicheres Fortbewegen gibt es kaum. Man nutzt den Wind und das Wasser, erlebt die Natur von einer ganz besonderen Seite und schaltet vom alltäglichen Stress wunderbar ab.«

Der 2017 gegründete Verein habe erst mit der unteren Naturschutzbehörde und der unteren Wasserbehörde beim Wetteraukreis gesprochen. Beide hätten keine Einwände gegen das Vorhaben gehabt, auf dem See zu segeln. Anschließend wurde ein Vertrag mit der Gemeinde abgeschlossen, um den See zum Besegeln mit maximal zehn kleinen Jollen zu nutzen. Dafür darf der SCW im Bereich der ehemaligen Kühlanlage einen Steg errichten.

Die Segler betonen: Die Nutzung des Sees durch andere, wie Spaziergänger, Naherholer oder Angler, werde durch sie nicht eingeschränkt. Auch der Rundweg und der Trampelpfad würden nicht beschnitten. Koos: »Wir wollen uns am See einfügen und niemanden stören. Es gibt keinen ›Exklusivbereich‹ für Segler, sondern nur einen gesicherten Steg, an dem wir unsere Jollen festmachen können. Diesen wollen wir in diesem Sommer errichten, wenn alles klappt.«

Anschließend wolle der Verein nicht unter sich bleiben, sondern insbesondere junge Menschen für den Segelsport begeistern, wie Vorstandsmitglied Jannos Siaplaouras aus Berstadt ergänzt. »Segeln bedeutet Verantwortung, Respekt vor der Natur, Konzentration und Teamfähigkeit. Das wollen wir gerne an junge Menschen weitergeben. Wir können uns dafür eine Kooperation mit der örtlichen Jugendpflege und dem Segelverein in Schotten vorstellen. Dort sind ausgebildete Lehrer und optimale Bedingungen.« Um das Hobby anschließend wohnortnah praktizieren zu können, biete sich dann der Wölfersheimer See an. Siaplaouras hat bereits mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar aus Berstadt den »Red Lama«-Fußballgolfplatz am Wölfersheimer See realisiert.

 

Gemeinde übernimmt keine Haftung

 

Die schlechte Wasserqualität sei natürlich auch im Verein ein Thema gewesen. In dem Vertrag zwischen Gemeinde und Verein werde darauf deutlich hingewiesen. Die Gemeinde übernehme keine Haftung für die Wasserqualität und auch nicht für daraus eventuell entstehende Schäden. »Wir wissen, auf was wir uns da einlassen. Wir segeln nicht, um zu kentern, sondern um zu segeln«, sagen Koos und Siaplaouras. »Aber selbst in einem solchen Fall wäre das kein Beinbruch: Beim ersten ›Treffpunkt See‹ ist das Promi-Drachenboot doch auch gekentert, und alle kamen wieder heil und gesund heraus. Das Wasser ist schließlich nicht giftig. (...) Natürlich würden wir uns über eine bessere Wasserqualität freuen, aber wer sich manche Flüsse und Hafenbecken ansieht, in denen auch gesegelt wird, der wird den Wölfersheimer See gar nicht mehr so schlimm finden.«

Klare Zielsetzung für den Verein sei: »Wir wollen uns für den See und seine Sauberkeit engagieren. Wir wollen uns in ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur in dem Naherholungsgebiet einfügen.« (Foto: pv)



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