Wetterau

Witzel: Ein sehr guter Jahrgang

»Ein Wein ist nicht zum Trinken da, sondern zum Genießen«, sagt Bernd Witzel, Präsident der Weinfreunde Bad Nauheim. Der Freundeskreis Weinanbau Johannisberg kennt sich da bestens aus. Der Verein stellte am Sonntag das Ergebnis der Lese vom Johannisberg in der Kulturscheune der Familie Witzel in Nieder-Mörlen vor. Viele Gäste kamen, um zu kosten. Erstmals übernahm Pfarrer Dr. Ulrich Becke die Segnung des Weins.
17. September 2019, 20:56 Uhr
Corinna Weigelt
Pfarrer Dr. Ulrich Becke spricht zur Weinausgabe in der »Kulturscheune« in Nieder-Mörlen das Segnungsgebet. 	(Foto: cor)
Pfarrer Dr. Ulrich Becke spricht zur Weinausgabe in der »Kulturscheune« in Nieder-Mörlen das Segnungsgebet. (Foto: cor)

»Ein Wein ist nicht zum Trinken da, sondern zum Genießen«, sagt Bernd Witzel, Präsident der Weinfreunde Bad Nauheim. Der Freundeskreis Weinanbau Johannisberg kennt sich da bestens aus. Der Verein stellte am Sonntag das Ergebnis der Lese vom Johannisberg in der Kulturscheune der Familie Witzel in Nieder-Mörlen vor. Viele Gäste kamen, um zu kosten. Erstmals übernahm Pfarrer Dr. Ulrich Becke die Segnung des Weins.

»Ein sehr gutes Jahr« beschrieb Witzel die jüngste Auslese. Nicht nur die Qualität sei besonders, auch die Menge. 4000 Flaschen Rot- und Weißwein habe man abgefüllt.

Wie alle vorherigen Jahrgänge werde auch der Wein des Jahres 2018 nicht verkauft. Die Ausgabe erfolge nur an aktive und passive Mitglieder der Weinfreunde. Die »gute Ernte« bescherte den aktiven Mitgliedern zugleich Magnum-Flaschen. Die Idee dazu entstand anlässlich des 20-jährigen Bestehens im Vorjahr und wurde nun umgesetzt. Etikettiert wurden alle Flaschen des Jahrgangs 2018 wieder mit einem Jugendstilmotiv, gestaltet von Klaus Ritt.

Auf dem Johannisberg wachsen über 1440 Weinreben, hauptsächlich Riesling und Spätburgunder. Neben dem Hauptzweck, die Wiederbelebung des historischen Weinanbaus am Johannisberg durch Kultivierung und Bewirtschaftung geeigneter Flächen, verfolge der Verein das Ziel der Vertiefung des Wissens um den Wein im Allgemeinen und seine Pflege sowie um die Bad Nauheimer Weingeschichte. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Verbindung mit der Kunst, der Musik, der Malerei und der Dichtung.

Das verdeutlichte auch die jüngste Veranstaltung: Unter musikalischer Begleitung des Schwalheimer Duos Andrea Fourier und Gerold Hackemer und bei Gegrilltem genossen die Gäste den Weiß- und Rotwein in geselliger Atmosphäre. Unter den Gästen waren Landrat Jan Weckler, Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Hahn, Bürgermeister Klaus Kreß, der Erste Stadtrat Peter Krank und Rosenkönigin Yaren Dalli. Erneut begrüßt wurden auch die Weinfreunde aus Darmstadt-Eberstadt.

Der Wein sei eine Gabe Gottes, die man dankbar in der Gemeinschaft genieße, wie Pfarrer Dr. Ulrich Becke in der Andacht sagte. Bevor er das Segnungsgebet sprach, ging Becke zunächst auf die erste biblische Erwähnung des Weines im alten Testament ein. »Noah hat das richtige Maß nicht erkannt«, wie der Geistliche zugleich mahnte. Der Wein finde in der Bibel aber durchaus auch viele positive Erwähnungen. »›Der Wein erfreut des Menschen Herz‹ heißt es da in einem der schönsten Psalmen der Bibel.«

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