23. Mai 2019, 20:12 Uhr

Wo sich die Natur entfaltet

23. Mai 2019, 20:12 Uhr
Kein Zaun trennt den naturnahen Garten von Sabine Zscherp von den Nachbargärten. (Foto: lod)

Mehrmals hatte die Projektgruppe »Naturnahe Gärten« der »Lokalen Agenda 21 Friedberg« bis 2015 Wettbewerbe für naturnahe Gärten in der Kreisstadt organisiert. Danach wurde es ruhig um die Gruppe - die sich nun aber zurückmeldete. »Als wir von den ›Aktionswochen gegen das Insektensterben - Chancen für mehr Natur in der Stadt‹ hörten, beschlossen wir, die Gärten wieder einmal zu öffnen und so ein Zeichen gegen Schottergärten zu setzen«, sagte Petra Freund, Sprecherin der Gruppe. Alle angesprochenen Gartenbesitzer sagten sofort zu.

So konnten am Dienstag und am Mittwoch neun ganz unterschiedliche, aber immer naturnah gestaltete Gärten in der Kernstadt, in Bruchenbrücken und Ossenheim besichtigt werden, darunter erstmals der blütenreiche Garten von Petra und Michael Freund. »Ein naturnaher Garten macht gar nicht so viel Arbeit«, sagte Petra Freund, auf deren Scherrasen sich Kräuter angesiedelt haben, während die hohe Wiese unter dem starken Regen zuvor etwas gelitten hatte.

Die Freunds leben in der einzigen Friedberger Passivhaussiedlung »Lummerlund« in Ossenheim, wo alle zehn Reihen- und 14 Doppelhäuser Dachbegrünung haben. »Hier sind nahezu alle Gärten vogel- und insektenfreundlich«, sagte Freund. Auch Stefan Nawrath und Beate Alberternst sowie Sabine und Christian Zscherp öffneten in der Passivhaussiedlung ihre arten- und abwechslungsreichen Gärten. »Wir haben einen offenen Garten ohne Zäune zu den Nachbargrundstücken. Das haben beide Nachbarn gerne mitgemacht«, erläuterte Sabine Zscherp eine Besonderheit ihres Gartens, in dem viele heimische Obstsorten wachsen.

Schwimmteich und seltene Pflanze

Klein aber äußerst blütenreich ist der Garten von Stefan Nawrath und Beate Alberternst, in deren Garten sich sogar die seltene Ackerröte und Wildbienen angesiedelt haben. Das Ehepaar stellte einige heimische Pflanzen zum Mitnehmen bereit. »Eine sehr schöne Idee. Ich nehme die Pfefferminze mit«, sagte Gisela Reinhart, die mit dem Rad von Bruchenbrücken ins Nachbardorf gefahren war. »Da kann ich so manchen Tipp mitnehmen«, sagte die Bruchenbrückenerin, die an der Wetter einen Gemüsegarten betreibt - »ganz ohne Kunstdünger«, wie sie betonte.

In der Kernstadt hatte Jochen Klöß seinen großen Wassergarten mit Bachlauf und Schwimmteich in der Gebrüder-Lang-Straße 2 geöffnet. Auch der große schattige Garten mit altem Baumbestand von Christa Möller und Andrej Seuss (Am Tauben Rain 8) konnte besichtigt werden. »Nach 25 Jahren wissen wir, was in unserem Garten wächst und was nicht«, erzählte Christa Müller, die in ihrem »Teebeet« Melisse anbaut.

Unter dem Hagel am Sonntag habe das Steinbeet etwas gelitten, berichtete Andrej Seuss den zahlreichen Interessenten. Bereits am Samstag zuvor konnte der ästhetische Landschaftsgarten mit blütenreicher Wiese und altem Baumbestand von Sabine Janus-Förster in der Barbarastraße 13 besichtigt werden. Drei weitere Gärten waren in Bruchenbrücken geöffnet: der mediterrane Garten von Frau Appel (Ilbenstädter Hohl 7), der verwunschene Innenhof der Familie Höhne in der Wettergasse 14 und der architektonische Garten von Sabine Fuchs, Am Südbahnhof 10. Ein positives Fazit zog Petra Freund: »Viele Besucher holten sich Anregungen für ihren Garten, das war unser Ziel.«

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