21. Januar 2019, 08:01 Uhr

Rewe-Logistikzentrum

Wölfersheimer schreiben Offenen Brief an Parlamentarier

Zwölf Wölfersheimer haben sich mit einem Offenen Brief an die Gemeindevertreter gewendet. Der Tenor: Das Projekt soll noch einmal überdacht werden.
21. Januar 2019, 08:01 Uhr
Auf diesem Acker bei Berstadt soll das geplante Rewe-Logistikzentrum entstehen. (Foto: Nici Merz)

Noch bis zum 1. Februar liegt der Bebauungsplan zu dem bei Berstadt geplanten Rewe-Logistikzentrum öffentlich aus. Bürger können in dieser Zeit auch Einwendungen gegen das Vorhaben einreichen. Dass es einige geben wird, die diese Möglichkeit nutzen werden, zeichnet sich ab: Nach der Bürgerversammlung zum Logistikzentrum vor einem Monat haben sich zahlreiche Wölfersheimer öffentlich zu Wort gemeldet, u. a. in Form von Leserbriefen an die WZ – manche Schreiber sind für, andere gegen das Projekt.

Nun haben sich zwölf Wölfersheimer zusammengetan und einen Offenen Brief an die Gemeindevertreter verfasst, der kürzlich verschickt worden ist. Eine der Unterzeichnerinnen, Susan Schultheis, erklärt: Es handelt sich um einen Appell, der aus einer privaten Initiative heraus stammt. In dem vierseitigen Brief werden die Gemeindevertreter u. a. mit Fragen zum geplanten Logistikzentrum konfrontiert. Die Unterzeichner bitten darum, dass sich die Parlamentarier vor der finalen Abstimmung über den Bau mit diesen Fragen beschäftigen.

 

Fragen an Gemeindevertreter in mehreren Kategorien

Eingangs heißt es: »Ihnen dürfte aufgefallen sein, dass sich die Meinung der Bevölkerung zum geplanten Rewe-Logistikzentrum ändert.« Und: »Fatal für den demokratischen Diskussionsprozess ist vor allem der Eindruck, dass der Bürgerschaft wesentliche Informationen vorenthalten werden.« Selbst die Vorteile würden nicht klar dargelegt, Nachteile und ungelöste Probleme würden nicht angesprochen. In diesem Zusammenhang weisen die Unterzeichner auf die Bürgerversammlung hin, in der offene Fragen im Plenum nicht möglich waren.

Die Fragen an die Gemeindevertreter sind in mehrere Kategorien unterteilt. So beziehen sich die Verfasser des Briefs u. a. auf die erste Entscheidung, die die Gemeindevertreter zu Rewe getroffen hatten. »Wir möchten Sie fragen: Lagen Ihnen aus Ihrer Sicht ausreichende Informationen über die kurz-, mittel- und langfristigen Vor- und Nachteile von neutraler Stelle vor, als Sie über das Projekt abgestimmt haben?« In diesem Zusammenhang fragen die Verfasser u. a. nach den Arbeitsplätzen. Eine weitere Frage bezieht sich auf den Verkehr. Laut Rewe heißt es in diesem Zusammenhang, die Verkehrsbelastung werde nicht zunehmen, da die Fahrten von Hungen nach Rosbach entfallen. Die Unterzeichner des Briefs gehen jedoch davon aus, dass sich zu Stoßzeiten Stau an der A 45-Ausfahrt bilden werde und dass deswegen viele Wölfersheimer diese Strecke meiden würden – »was dauerhaft zu einer höheren Verkehrsdichte in den angrenzenden Ortsteilen führen dürfte«.

 

Neutraler Gutachter gewünscht

Ein weiterer Fragenkomplex dreht sich um die finanziellen Vorteile für die Gemeinde. Die Briefunterzeichner fragen die Gemeindevertreter: »Wurden Ihnen hierzu entsprechende Best-/Worst-Case-Szenarien vorgelegt?« Bezüglich der Gewerbesteuereinnahmen wird in dem Brief auf die Planung für ein 25 Hektar großes Rewe-Logistikzentrum in Schleswig-Holstein hingewiesen. In einem Online-Artikel der dort angesiedelten »Ulzburger Nachrichten« heißt es dazu, dass die Gewerbesteuereinnahmen für eine Gemeinde weitaus höher wären, würde ein Gewerbeareal an mehrere kleine Firmen statt an einen großen Investor vergeben.

Abschließend formulieren die Unterzeichner drei Bitten an die Empfänger. So haben die Unterzeichner eine E-Mail-Adresse eingerichtet, an die die Empfänger schreiben können, wenn die im Brief angeführten Argumente »aus Ihrer Sicht nicht korrekt« seien – »wir sind keine Experten, sondern Bürger, die versuchen, sachliche Informationen zu finden, um Vor- und Nachteile einschätzen zu können«.

Zudem wird im Brief darum gebeten, dass ein »neutraler, externer Gutachter« beauftragt wird, der das Projekt prüft. »Weiter bitten wir Sie, zu beantragen, dass die Zustimmung der Gemeindevertreter zu dem Bauvorhaben ausgesetzt wird, bis diese Informationen vorliegen.« Abschließend heißt es: »Wir leben gerne in der Gemeinde Wölfersheim. Und wir stehen exemplarisch für viele Bürgerinnen und Bürger, denen eine sachliche Information über Vor- und Nachteile und ein demokratischer Diskussionsprozess am Herzen liegen.«

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