Wetterau

Ziel: CO2-neutral bis 2050

2015 hat die Weltgemeinschaft in Paris das internationale Klimaschutzabkommen geschlossen. Die Umsetzung ist seitdem allerdings kaum vorangekommen, auch die Bundesregierung wird die CO2-Einsparziele, die sie sich für den Zeitraum bis 2020 gesteckt hat, nicht erreichen. Nach Ansicht der Bad Nauheimer Grünen muss mit dem Klimaschutz endlich Ernst gemacht werden - auch auf lokaler Ebene. Die Partei hat daher in der jüngsten Parlamentssitzung beantragt, einen »kommunalen Klimavorbehalt« zu beschließen. Mit breiter Mehrheit wurde das Papier zur weiteren Beratung in den Bau- sowie den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen.
30. Juni 2019, 19:52 Uhr
Bernd Klühs
Sonnenkollektoren im Rathaushof: Nach Ansicht der Grünen müssen erneuerbare Energien auch auf kommunaler Ebene stärker gefördert werden, um den Klimawandel zu stoppen.	(Foto: nic)
Sonnenkollektoren im Rathaushof: Nach Ansicht der Grünen müssen erneuerbare Energien auch auf kommunaler Ebene stärker gefördert werden, um den Klimawandel zu stoppen. (Foto: nic)

2015 hat die Weltgemeinschaft in Paris das internationale Klimaschutzabkommen geschlossen. Die Umsetzung ist seitdem allerdings kaum vorangekommen, auch die Bundesregierung wird die CO2-Einsparziele, die sie sich für den Zeitraum bis 2020 gesteckt hat, nicht erreichen. Nach Ansicht der Bad Nauheimer Grünen muss mit dem Klimaschutz endlich Ernst gemacht werden - auch auf lokaler Ebene. Die Partei hat daher in der jüngsten Parlamentssitzung beantragt, einen »kommunalen Klimavorbehalt« zu beschließen. Mit breiter Mehrheit wurde das Papier zur weiteren Beratung in den Bau- sowie den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen.

Wie Dr. Christian Troidl in seiner Begründung sagte, handele es sich bei dem Antrag nicht um einen reinen Appell. Vielmehr würden Magistrat und Verwaltung verpflichtet, künftig jede Entscheidung daraufhin zu überprüfen, ob das Ziel, aus Bad Nauheim bis 2050 eine CO2-neutrale Stadt zu machen, gefördert wird. »Bis 2030 soll rund die Hälfte des Wegs zurückgelegt sein«, sagte Troidl. Bestandteile des Antrags sind außerdem der Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt.

Vier Schwerpunkte werden im Papier genannt: energetische Gebäudesanierung und Umsetzung nachhaltiger Energiekonzepte; weiterer Ausbau erneuerbarer Energien und bessere Ladeinfrastruktur für Elektromobilität; Optimierung des ÖPNV-Angebots und des Radwegenetzes; extensive Bewirtschaftung städtischer Flächen zur Förderung der Artenvielfalt. Einmal im Jahr soll der Magistrat im Parlament über Fortschritte berichten und die Bürger informieren.

Nach Auffassung der Grünen trägt Bad Nauheim als »Gesundheitsstadt« eine besondere Verantwortung gegenüber der Umwelt. Gerade im Hinblick auf die anstehende erneute Prädikatisierung als Heilbad müsse das Klima in der Stadt verbessert werden. In Bad Nauheim werde bereits einiges getan. Troidl nannte unter anderem die »innovative Positionierung« der Stadtwerke, die alternative Energieformen wie die kalte Nahwärme nutze. »Der Klimawandel schreitet schneller voran, als alle Forscher vor 10 bis 15 Jahren vermutet hatten. Leider können wir nicht mit dem Planeten verhandeln. Deshalb muss auf allen Ebenen gehandelt werden«, betonte der Grünen-Stadtverordnete.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Ziel-CO2-neutral-bis-2050;art472,607797

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung