30. Oktober 2018, 20:19 Uhr

Zuhören, schweigen, singen

Sie sind achtsam, hilfsbereit und einfühlsam. Die derzeit 17 aktiven Hospizhelfer feierten am Samstag im Pfarrhaus von St. Bardo in Petterweil das zehnjährige Bestehen der Ambulanten Hospizhilfe Karben. Anlass für die Hospizhelferinnen und -helfer auf die zehn Jahre ehrenamtliche Sterbebegleitung zu blicken.
30. Oktober 2018, 20:19 Uhr
Ursula Jacobsen koordiniert die Einsätze der Helferinnen und Helfer der Ambulanten Hospizhilfe Karben, die seit zehn Jahren besteht. (Fotos: Wieberneit)

Wir haben mittlerweile an vielen Betten gesessen«, sagt Ursula Jacobsen, die ehrenamtliche Koordinatorin der Hospizhilfe Karben. 17 Hospizhelfern sind derzeit aktiv. Die Ehrenamtlichen seien aber auch für die Angehörigen da, die oft schwer belastet sind von der Situation und ebenso Begleitung brauchen wie die Sterbenden. Am vergangenen Samstag feierten die Ehrenamtlichen das zehnjährige Bestehen der Hospitzhilfe in St. Bardo.

Der Tod gehört zum Leben und er trifft jeden. Diese Wahrheiten gehören für die Aktiven der Hospizhilfe Karben zum Selbstverständnis und Handeln. »Menschen auf ihren letzten Lebensweg einfühlsam begleiten«, beschreibt Ursula Jacobsen die Aufgabe der Hospizhelfer. Sie haben eine Ausbildung absolviert, sind theoretisch und praktisch auf ihre Aufgabe vorbereitet und doch »ist jede neue Begleitung aufregendes, aber auch einschüchterndes Neuland«, schreibt ein Mitglied in einem Erfahrungsbericht in der Festschrift.

Auf Situation konzentrieren

Die Helfer treten allein einem sterbenden Menschen gegenüber, der am Ende seinen Lebens angekommen ist, manchmal gar nicht ansprechbar, und versuchen Kontakt aufzunehmen. Sie nehmen sich Zeit, konzentrieren sich ganz auf die Situation des Sterbenden, schweigen mit ihm, reden, singen, lesen vor, manchmal hilft das Blatt einer Kastanie. Jacobsen hat, wie einige andere der Helfer auch, über die Erfahrung der Pflege eines Angehörigen, den Weg in die Hospizhilfe gefunden. Sie gehörte zu den ersten zehn Interessenten, die einem Aufruf in der Wetterauer Zeitung zur Gründung einer Hospizgruppe in Karben zusammengekommen waren; initiiert von Dr. Ellen Wedekind und Sofie Oellerich.

Seit acht Jahren leitet Jacobsen die Hospizhilfe. Sie berichtet von den anfänglichen Bemühungen, die Arbeit der Hospizhilfe, die einfühlsame Begleitung Sterbender, bekannt zumachen, die Berührungsängste mit dem Thema Tod zu überwinden. »Inzwischen sind wir fest im Bewusstein der beiden Karbener Pflegeheime verankert«, erklärt Jacobsen. Viele Bürger melden sich und fragen nach den ehrenamtlichen, unentgeltlichen Diensten der Hospizhilfe zur Unterstützung sterbender Angehöriger in häuslichem Umfeld.

Dieser uneigennützige, soziale Einsatz für Menschen der Hospizhilfe ist 2014 mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Karben gewürdigt worden und 2017 ist die Hospizhilfe Karben mit dem Sozialpreis des Wetteraukreises geehrt worden.

Stadtverordnetenvorsteherin Ingrid Lenz und Bürgermeister Guido Rahn (beide CDU) würdigen die Arbeit der Hospizhelfer. Lenz wünscht den Helfern weiterhin viel Kraft für ihre Aufgabe. Die, so Bürgermeister Rahn, nicht weniger werde, denn sie Zahl der Alten werde wachsen. Beifall brandet auf, als Rahn verkündet, die Stadt werde die Kosten für die Feier übernehmenen.

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